Hurrikan Ophelia wirbelt auf Europa zu

Es ist ein ungewöhnliches Bild: Statt in Richtung der Karibik oder des US-Festlands zeigen Ophelias Ausläufer auf Europa. «Das ist sehr speziell», sagt ein Meteorologe.

Eine Visualisierung der Hurrikan-Stufen. (12. Oktober 2017) Bild: Tamedia/National Hurricane Center

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Über dem Atlantik ist der tropische Sturm Ophelia zu einem Hurrikan der Kategorie eins mit Windspitzen von über 140 Kilometern pro Stunde hochgestuft worden. In den nächsten zwei Tagen wird er sich noch leicht verstärken.

Ophelia ist bereits der zehnte Sturm in unmittelbarer Folge, dem der Status eines Hurrikans gegeben wurde. Dies habe es in einer Hurrikansaison zum letzten Mal im Jahr 1893 gegeben.

Langsam unterwegs

Die Karte mit der Windvorhersage des US-Hurrikanzentrums NHC zeigte in der Nacht auf Donnerstag ein sehr ungewöhnliches Bild: Statt in Richtung der Karibik oder des US-Festlands zeigen Ophelias Ausläufer auf Europa.

Trotz der reissenden Winde um das Zentrum des Sturms geht Ophelia als Ganzes die Reise recht gemächlich an: Der Hurrikan ist am heutigen Donnerstag mit nur 6 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordosten unterwegs.

Gemäss der Prognose von NHC wird sich der Hurrikan am morgigen Freitag nicht nur verstärken, sondern auch leicht schneller fortbewegen. Demnach könnten Ophelias Winde am Montag bis nach Irland und Grossbritannien reichen.

Die Vorhersage der Meteorologen spricht aber von keinerlei Schäden. Das überrascht kaum: Laut aktuellen Prognosen stehen die Chancen, dass Winde der niedrigsten Hurrikanstärke Irland erreichen, bei weniger als 5 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit von Windgeschwindigkeiten über 119 Kilometern pro Stunde – die unterste Hurrikanstufe: Die aktuelle Prognose des US-Hurrikanzentrums. (12. Oktober 2017) Bild: www.nhc.noaa.gov

Das Besondere an Ophelia sind nicht die möglichen Schäden, sondern dass ein Sturm dieser Stärke an den Azoren vorbeizieht und Irland – wenn auch voraussichtlich nur als Tropensturm – trifft. «Das ist schon sehr speziell», sagt Klaus Marquardt von Meteonews auf Anfrage. «Ich arbeite seit 15 Jahren als Meteorologe und habe das in dieser Form mit dieser Zugbahn noch nie gesehen.»

Hurrikane im Atlantik haben ihren Ursprung oft in den sogenannten Easterly Waves – also Störungen in der Passatströmung, die westwärts über die Sahelzone zieht. Über dem Atlantik können aus diesen Störungen dann Sturmsysteme entstehen.

Es ist normal, dass diese Sturmsysteme auf ihrem Weg in Richtung Amerika nordwärts abdriften können – oft entlang der US-Ostküste in Richtung Neufundland oder mitten über dem Atlantik in Richtung Island. Allerdings tendieren sie stark dazu, sich wegen der tieferen Wassertemperatur im Norden des Atlantiks abzuschwächen und zu grösseren Tiefdruckgebieten zu versiegen.

(mch/sda)

Erstellt: 12.10.2017, 08:02 Uhr

Artikel zum Thema

Hurrikan Nate trifft auf US-Golfküste

Mit Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde hat der Sturm Nate das US-Festland erreicht. Meteorologen rechneten mit 250 Liter Regen pro Quadratmeter. Mehr...

16 Tote auf Puerto Rico – «Ihr könnt sehr stolz sein»

US-Präsident Donald Trump hat die vom Hurrikan Maria schwer verwüstete Karibikinsel Puerto Rico besucht. Er rühmte dabei den Einsatz seiner Katastrophenhelfer und verteilte Reissäcke. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Tierisch nützliche Daten
Der Krimiautor und sein Engel

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!