Ibiza-Video: Einer der Lockvögel ist IT-Fachmann

Die Identität des männlichen Lockvogels, der im Skandal-Video der vermeintliche Vertraute der vermeintlichen Oligarchen-Nichte sein soll, ist bekannt.

Das Skandal-Video: Heinz-Christian Strache und Johan Gudenus treffen sich mit einer angeblich reichen Russin und deren Vertrauten auf Ibiza. (Video: «Süddeutsche Zeitung»)

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Wer sind die Leute, die die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus auf Ibiza in die Video-Falle lockten?

Am Dienstag wurde bekannt, dass ein Wiener Anwalt das Treffen vermittelt hat, das letztlich zum Skandal-Video auf Ibiza führte. Dies hat der zurückgetretene Gudenus dem «Kurier» (Ausgabe vom Mittwoch) gesagt. Dieser Anwalt hat auch den Kontakt zu den beiden Lockvögeln (eine Frau und ein Mann) gelegt – und gegenüber Gudenus bestätigt, «dass die Identitäten der Herrschaften echt sind.»

Danach hat der vermeintliche Mittelsmann, respektive Lockvogel, mit Tarnnamen Julian Thaler über ein halbes Jahr hinweg mehrere Treffen mit Gudenus arrangiert. Im Sommer 2017 sei es dann zu dem verhängnisvollen Treffen auf Ibiza gekommen. Der Mittelsmann soll die Operation federführend geplant und durchgeführt haben.

Gebürtiger Wiener

Auf dem Video ist er als Vertrauter an der Seite der vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen zu sehen – ein Mann mittleren Alters in weisser Hose und blauem Hemd. Auf den von der «Süddeutschen Zeitung» und dem «Spiegel» verbreiteten Videoclips ist er zwar nicht vollständig zu sehen, doch soll es sich dabei um einen 38-jährigen österreichischen Staatsbürger namens Julian H. handeln. Dies berichtete das österreichische Nachrichtenmagazin «profil.at».

H., der auch die Verhandlungen mit den Medien geführt habe, sei gebürtiger Wiener und von Beruf Sicherheitsberater. Er soll ein langjähriger Bekannter des Anwaltes sein. Laut «profil.at» arbeitet er seit Jahren in der Sicherheitsbranche – zuletzt als geschäftsführender Gesellschafter einer Münchner Detektei.

Spezialausbildung in Israel

H. sei ein IT-Fachmann und hatte eine Spezialausbildung an einer israelischen Sicherheitsakademie absolviert. Er hat oder hatte Wohnadressen in München, Wien und Luxemburg. Weitere Information zu seiner Person gibt das Nachrichtenmagazin aus «medienrechtlichen Erwägungen» nicht bekannt – vorerst.

Das Magazin sprach jedoch mit H.'s ehemaligen Chef der Detektei in München, Sascha Wandl. Dieser rühmt sich damit, den Lockvogel ausgebildet zu haben: «Die ganze Ibiza-Geschichte trägt meine Handschrift. Ich war in diese Sache allerdings nicht involviert. Ich habe seit 2016 keinen Kontakt mehr zu ihm,» wird der Interviewte zitiert.

Bei «oe24» sagte Wandl, dass er selbst 2016 aus dem Spionagegeschäft ausgestiegen sei. Konkrete Informationen über mögliche Absprachen des Lockvogels und des Wiener Anwalts und Details zu Hintermännern habe er daher nicht.

Kontakt zu H. hatte hingegen Gudenus nach dem Treffen auf Ibiza. Der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel liegen Audioaufnahmen von Treffen vor, die offenbar in Wien stattfanden. Gudenus und der Mann sprechen beispielsweise darüber, dass Ibiza nicht wie erhofft lief. «Sie war relativ angepisst», sagt der Vertraute über die angebliche Investorin.

Der Skandal um das Video hat zu einer schweren Regierungskrise in Österreich geführt. Inzwischen sind keine FPÖ-Politiker mehr in der Regierung, stattdessen wurden Experten eingesetzt. Strache ist auch als FPÖ-Chef zurückgetreten. Gudenus verliess sogar die Partei. (nag/mit Material der SDA)

Erstellt: 22.05.2019, 22:05 Uhr

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