Rettungsschiff «Eleonore» legt in Sizilien an

Noch-Innenminister Matteo Salvini kritisiert die zunehmende Zahl von NGO-Booten im Mittelmeer.

Geschafft: Die Eleonore fährt in den Hafen von Pozzallo. (Keystone/Francesco Rut/2. September 2019)

Geschafft: Die Eleonore fährt in den Hafen von Pozzallo. (Keystone/Francesco Rut/2. September 2019)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Rettungsschiff «Eleonore» mit mehr als 100 Flüchtlingen an Bord kann in Italien anlegen. Das Schiff werde nun beschlagnahmt, teilte das Innenministerium in Rom am Montag mit. Auf Videos war zu sehen, wie die «Eleonore» im Hafen von Pozzallo auf Sizilien den Anker setzte.

Der Sprecher der Hilfsorganisation Mission Lifeline, Axel Steier, sagte, die Finanzpolizei habe mitgeteilt, dass das Schiff einlaufen könne. Die Flüchtlinge dürften aussteigen.

Der deutsche Kapitän Claus-Peter Reisch war zuvor trotz eines Verbots der italienischen Regierung in nationale Gewässer gefahren und hatte den Notstand ausgerufen. Dieser Beschluss sei wegen eines schweren Gewittersturms ergriffen worden, teilte Mission Lifeline mit. «Auf Deck sind alle derzeit schutzlos auf dem viel zu kleinen Schiff.»

An Bord sind rund 100 Flüchtlinge, die vor etwa einer Woche gerettet wurden, während ihr Boot am Sinken gewesen sei, berichtete Mission Lifeline. Die «Eleonore» ist ein Sportboot, das als Motorjacht unter deutscher Flagge fährt. Italien hatte für die «Eleonore» vergangene Woche ein Landeverbot erteilt.

Auch weitere Schiffe warten

Auf die Landung warten auch noch 31 Flüchtlinge an Bord des italienischen Rettungsschiffes «Mare Jonio» vor der Insel Lampedusa. Drei kranke Flüchtlinge durften am Sonntagabend das Schiff verlassen und konnten auf Lampedusa landen. Auch 13 Flüchtlinge an Bord des Schiffes «Alan Kurdi» hoffen auf eine baldige Landung in Italien.

Indes sind Dutzende Tunesier an Bord eines Holzbootes auf Lampedusa eingetroffen. Sie konnten die Kontrollen der Küstenwache umgehen und landeten direkt auf der Insel. Die genaue Zahl der eingetroffenen Migranten war vorerst noch nicht bekannt, berichteten italienische Medien.

Salvini unzufrieden

Noch-Innenminister Matteo Salvini, Chef der rechten Lega, beklagte die zunehmende Zahl von NGO-Schiffen im Mittelmeer. Zehn Rettungsschiffe seien in diesen Stunden im Mittelmeer unterwegs, kritisierte Salvini in einem Interview mit dem Radiosender «Radio 24» am Montag.

Er beklagte eine Abwendung von seiner Einwanderungspolitik der «geschlossenen Häfen», sollte eine neue Regierung aus der bisher regierenden Fünf Sterne-Bewegung und den oppositionellen Sozialdemokraten (PD) zustande kommen. (fal/sda)

Erstellt: 02.09.2019, 13:29 Uhr

Artikel zum Thema

Carola Racketes grosser Appell an die EU

Die deutsche Kapitänin ist von der Staatsanwaltschaft angehört worden. Der Medienrummel auf Sizilien ist riesig. Mehr...

Staatsanwalt geht in Berufung gegen Freilassung von Rackete

Der deutsche Verein Sea-Watch geht davon aus, dass Kapitänin Carola Rackete nicht wieder festgenommen wird. Mehr...

Eine Million Euro Spenden für Sea-Watch-Kapitänin

Eine von den TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf gestartete Sammelaktion für die verhaftete Kapitänin Carola Rackete ist ein Erfolg. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.