Trump-Regierung schwächt Artenschutz-Gesetz ab

Der Schutz spezieller Arten soll künftig gegen wirtschaftliche Interessen abgewägt werden. Naturschützer warnen eindringlich vor der Änderung.

Der Weisskopfseeadler ist eines der Tiere, für die eine Lockerung des Artenschutzes nichts Gutes bedeuten könnte. Foto: Sandro Schmid

Der Weisskopfseeadler ist eines der Tiere, für die eine Lockerung des Artenschutzes nichts Gutes bedeuten könnte. Foto: Sandro Schmid

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Die US-Regierung hat Regeln zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten gelockert. Den Schritt gab Innenminister David Bernhardt am Montag bekannt. Washington begründet die Lockerung damit, dass regulierende Beschränkungen so verringert würden, zugunsten von Transparenz und Wirkung.

Konkret erlaubt die Änderung den Bundesbehörden erstmals, die wirtschaftlichen Kosten für den Schutz einer speziellen Art zu berücksichtigen. Der Pauschalschutz für zuletzt als bedroht eingestufte Tiere wird aufgehoben. Die Unterscheidung zwischen gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten wurde aufgehoben.

Weisskopfseeadler bedroht

Das nun geänderte Gesetz, der sogenannte Endangered Species Act, gilt unter Experten als wichtige Hilfe zur Rettung des Weisskopfseeadlers, des Kalifornischen Kondors und anderer Tiere und Pflanzen. Präsident Richard Nixon unterzeichnete es 1973. Derzeit stehen damit mehr als 1600 Arten in den Vereinigten Staaten und in deren Territorien unter Schutz.

Die Änderungen an dem Gesetz sind von Naturschützern bereits vorab kritisiert worden. Sie befürchten, dass einige Arten in Flora und Fauna damit weiter an den Rand des Aussterbens gedrängt werden. Zudem beklagen sie, die Veränderungen liessen die Auswirkungen des Klimawandels aussen vor. Mindestens zehn Generalstaatsanwälte schlossen sich der Kritik gegen einen früheren Entwurf an.

Vom Kongress eigentlich unterbunden

Die Berechnung wirtschaftlicher Kosten als Faktor bei der Entscheidung über den Schutz einer Art ist vom US-Kongress eigentlich unterbunden worden. Das Verbot sollte sicherstellen, dass etwa die Holzindustrie nicht aus wirtschaftlichen Gründen den Schutz für ein Tier zurückfahren darf, das im Wald lebt.

Dass dieser Umstand nicht unerheblich ist, zeigt aktuell auch eine Studie des Umweltverbandes World Wildlife Fund (WWF). In dieser ersten, speziell die Entwicklung der globalen Tierpopulationen in Wäldern betreffenden Erhebung kommt der Verband zum Ergebnis, dass die Bestände der im Wald lebenden Tiere seit 1970 im Schnitt um mehr als die Hälfte zurückgegangen sind. (sda)

Erstellt: 13.08.2019, 14:34 Uhr

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