«Mister Trump, probieren Sie es mit Respekt – das funktioniert»

Der iranische Aussenminister hat die Drohung des US-Präsidenten Donald Trump, sein Land auszulöschen, zurückgewiesen.

Hat auf Trumps Drohung reagiert: Mohammed Dschawad Sarif anlässlich eines Interviews in New York. (24. April 2019)

Hat auf Trumps Drohung reagiert: Mohammed Dschawad Sarif anlässlich eines Interviews in New York. (24. April 2019) Bild: Reuters

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US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit Auslöschung gedroht. «Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein», schrieb Trump am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. «Bedroht nie wieder die USA», fügte der Präsident hinzu.

Der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif hat die Drohung zurückgewiesen. Trumps auf einen «Völkermord» anspielende «Verhöhnungen» und der «Wirtschaftsterrorismus» bedeuteten nicht «das Ende des Iran», teilte Sarif am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Iraner seien über Jahrtausende hinweg ein grosses Volk geblieben, während alle Angreifer wieder verschwunden seien, schrieb Sarif auf Twitter.

Er rief das Weisse Haus auf, «niemals einen Iraner zu bedrohen». «Probieren Sie es mit Respekt – das funktioniert.»

Angespannte Lage

Ein Jahr nach Trumps einseitiger Kündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran haben sich die Spannungen mit Teheran massiv verschärft. Unter Verweis auf eine «unmittelbare Bedrohung» durch proiranische Milizen im Irak verstärkten die USA ihre Militärpräsenz in der Golfregion.

Das US-Verteidigungsministerium hatte unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt und das damit begründet, es gebe Hinweise auf mögliche iranische Angriffe gegen US-Truppen. Die USA und ihr enger Verbündeter Saudiarabien werfen dem Iran vor, Unruhe zu stiften und Terrorismus zu unterstützen.

Washington setzt die Islamische Republik seit mehr als einem Jahr auch massiv unter wirtschaftlichen Druck. Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass er mit dem Iran verhandeln wolle. Medienberichten zufolge soll er bei einer Sitzung im Weissen Haus klargemacht haben, dass er kein Interesse an einem Krieg habe.

«Keine Angst vor dem Tod»

Auf die Drohungen hatte sich zuvor der Kommandant der iranischen Revolutionsgarden kämpferisch geäussert. Zwar wollten der Iran und seine Revolutionsgarden keinen Krieg, betonte Hussein Salami nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna. Allerdings fürchteten sie sich auch nicht davor, fügte er hinzu. Die US-Truppen hätten anders als die Revolutionsgarden Angst vor dem Tod, und ein solcher Gegner sei «leicht zu besiegen».

Die Revolutionsgarden behaupten, ihre Truppen hätten keine Angst vor dem Tod, weil sie als Muslime an den Märtyrertod glaubten. Demnach ist jedem, der im Kampf gegen Ungläubige stirbt, ein Platz im Paradies sicher.

Saudiarabien setzt Krisentreffen an

Saudiarabien setzte unterdessen angesichts der Spannungen in der Golfregion ein Krisentreffen für Ende Mai an. König Salman rief die Führer des Golf-Kooperationsrats (GCC) und der Arabischen Liga dazu auf, über die «Aggressionen und ihre Auswirkungen auf die Region» zu diskutieren. Das Krisentreffen der Führer aus fast zwei Dutzend Staaten soll am 30. Mai in Mekka stattfinden.

Der Arabischen Liga gehören mehr als 20 Staaten an. Der schiitische Iran, den das sunnitische Königreich Saudiarabien als Erzfeind betrachtet, ist nicht Mitglied. Auch im kleineren GCC ist Teheran nicht vertreten. (anf/chk/sda)

Erstellt: 20.05.2019, 15:19 Uhr

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