Weisses Haus: IS in Syrien zu «100 Prozent» besiegt

Der US-Präsident zeigte eine Karte, die beweisen sollte, dass das Kalifatsgebiet beseitigt sei. «Die Kämpfe dauern an», sagt ein SDF-Sprecher.

Vorher-Nachher-Vergleich: Trump zeigt Journalisten eine Landkarte der Region, die das ehemalige IS-Gebiet zeigt – auf der es also noch Rot gibt. (22. März 2019)

Vorher-Nachher-Vergleich: Trump zeigt Journalisten eine Landkarte der Region, die das ehemalige IS-Gebiet zeigt – auf der es also noch Rot gibt. (22. März 2019)

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Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien ist nach Angaben des Weissen Hauses «zu 100 Prozent» besiegt.

US-Präsident Donald Trump präsentierte am Freitag vor Journalisten eine Landkarte der Region, die das ehemalige Ausbreitungsgebiet des IS zeigte, sowie eine zweite mit der aktuellen Lage vom Freitag, die kein Gebiet unter Kontrolle des IS zeigt. Seine Sprecherin Sarah Sanders sagte: «Das Kalifatsgebiet in Syrien ist zu 100 Prozent beseitigt.»

Die letzte Bastion des IS im Osten Syriens war am Freitagmorgen nach zweitägiger Pause wieder unter Beschuss genommen worden. Flugzeuge der internationalen Anti-IS-Koalition bombardierten die Positionen der Jihadisten am Ufer des Euphrat nahe dem Dorf Baghus, wie die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mitteilten, die seit Monaten die Ortschaft an der irakischen Grenze belagern.

Der IS hatte 2014 weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht und ein «Kalifat» ausgerufen. Im Irak gilt er bereits als besiegt.

«Kein Rot mehr»

Auch vor Arbeitern in einer Panzer-Fabrik in Lima im Bundesstaat Ohio präsentierte Trump tags zuvor zwei Karten: auf der eine war das vom IS einstmals kontrollierte Gebiete in rot markiert, auf der anderen so gut wie verschwunden.

«Da ist kein Rot mehr», sagte Trump. «Tatsächlich gibt es eine kleine Ecke, die bis heute Abend weg sein wird», betonte der US-Präsident am Donnerstag. Ähnlich äusserte er sich später neben einem Panzer vom Typ M1A2 Abrams in dem Werk in Lima.

«Als ich das Amt angetreten habe, gab es ein grosses Durcheinander, sie waren überall, überall in Syrien und im Irak. Und jetzt wie man sieht, gibt es kein Rot mehr», sagte Trump unter dem Applaus der Arbeiter.

Trump hatte bereits Mitte Februar davon gesprochen, dass binnen 24 Stunden mit einem Sieg über die Jihadistenmiliz in Syrien zu rechnen sei. Der IS hatte 2014 weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht und ein «Kalifat» ausgerufen. Inzwischen gilt er im Irak als besiegt und ist in Syrien in ein winziges Gebiet beim Dorf Baghus im Osten des Landes zurückgedrängt.

IS-Kämpfer leisten weiter Widerstand

Entgegen Trumps Äusserungen ist nach Angaben der Rebellenallianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF) der Kampf um die letzte IS-Bastion in Syrien noch nicht beendet. «Die Kämpfe in Baghus dauern an», sagte der Sprecher der von den USA unterstützten SDF, Adnan Afrin, am Freitag.

«Kleine Gruppen von IS-Kämpfern wollen sich nicht ergeben und starten Angriffe und unsere Truppen erwidern», sagte er. (nag/AFP)

Erstellt: 22.03.2019, 18:23 Uhr

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