Senatorin mit Schweizer Wurzeln will US-Präsidentin werden

Die Demokratin Amy Klobuchar ist ins Präsidentschaftsrennen 2020 eingestiegen – und hat sich bereits mit Präsident Trump gezankt.

«Das Gefühl der Einheit zerbricht in unserem Land»: Amy Klobuchar gibt bei starkem Schneefall ihre Kandidatur bekannt. (10. Februar 2019)
Video: AFP

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Die demokratische US-Senatorin Amy Klobuchar ist ins Präsidentschaftsrennen 2020 eingestiegen. Die 58-Jährige aus Minnesota gab ihre Kandidatur am Sonntag in Minneapolis bekannt. Ihre Grosseltern mütterlicherseits waren Immigranten aus der Schweiz.

Die ehemalige Staatsanwältin ist damit die bisher bekannteste Kandidatin aus dem Mittleren Westen, wo die Demokraten Wähler zurückzugewinnen wollen. Stimmen aus der traditionell demokratisch geprägten Region hatten US-Präsident Donald Trump 2016 ins Weisse Haus geholfen. Klobuchar war im November in Minnesota mit grosser Mehrheit für eine dritte Amtszeit als Senatorin gewählt worden.

In einer Rede im Bundesstaat Minnesota bei minus zehn Grad und starkem Schneefall kritisierte sie den Umgang der Technologiekonzerne mit den Daten der Kunden. «Das Gefühl der Einheit zerbricht in unserem Land», sagte sie und machte dafür «unsere kleinliche und lasterhafte Politik» verantwortlich. «Genug ist genug», rief Klobuchar ihren Anhängern zu.

Trump spottete auf Twitter, die Demokratin habe mitten im Schneefall und bei eisigen Temperaturen über die Erderwärmung gesprochen. «Schlechtes Timing», so der US-Präsident, «und am Schluss ihrer Rede sah sie wie ein Schneemann(frau) aus.» Klobuchars Antwort liess nicht lange auf sich warten: «Die Wissenschaft ist auf meiner Seite», schrieb die Demokratin. «Und ich frage mich, wie es Ihren Haaren in einem Schneesturm ergehen würde?»

Gemässigte Demokratin

Klobuchar gilt als gemässigte Demokratin und Politikerin, die Unterstützer aus ländlichen wie städtischen Regionen gleichermassen hinter sich vereinen kann. Die 58-Jährige ist eine Pragmatikerin, die zur Zusammenarbeit mit den Republikanern gewillt und damit eine der produktivsten Senatorinnen bei der Verabschiedung von Gesetzen ist.

Sie gehört zu einem Kandidatenfeld der Demokraten, das bereits jetzt so viele Frauen aufweist wie niemals zuvor. Bislang haben insbesondere linke Bewerber der Partei von sich reden gemacht. Sie muss sich gegen bekanntere parteiinterne Rivalen wie Elizabeth Warren, Kamala Harris, Cory Booker und Kirsten Gillibrand durchsetzen, um tatsächlich Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zu werden. Ausserdem wird erwartet, dass bald der frühere US-Vizepräsident Joe Biden und Senator Bernie Sanders ihre Kandidatur bekannt geben werden.

Immigranten aus Slowenien und der Schweiz

Die Vorwahlen beginnen in etwa einem Jahr. Erwartet wird, dass auch der republikanische Amtsinhaber Donald Trump zur eigentlichen Wahl im November 2020 antritt.

Klobuchar hat laut eigenen Angaben teils Schweizer Wurzeln. Ihre beiden Grosseltern mütterlicherseits – Margaret und Martin Heuberger – stammten demnach aus der Deutschschweiz und liessen sich in den 1920er-Jahren in Milwaukee nieder. Ihre Grossmutter war als Baby in die USA gekommen, ihr Grossvater war im Alter von 22 in die USA ausgewandert. Er arbeitete unter anderem in einem Käsegeschäft und verkaufte Miniatur-Chalets. Klobuchars Ur-Grosseltern väterlicherseits stammten aus Slowenien.

Klobuchar ist Co-Vorsitzende des Freundeskreises der Schweiz im US-Senat und hat kürzlich den Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis bei seinem Besuch in den USA getroffen. Sie habe sich im Gespräch besorgt über die Spannungen zwischen den zwei US-Parteien geäussert, so der Bundesrat.

(chk/sda)

Erstellt: 11.02.2019, 02:03 Uhr

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