Neue Aktivitäten auf Kims Raketenanlage

Nordkorea soll eine stillgelegte Raketenanlage wieder aufbauen. Zumindest deuten Satellitenbilder darauf hin.

Satellitenaufnahme: Das Sohae-Gelände im Westen von Nordkorea. (2. März 2019)

Satellitenaufnahme: Das Sohae-Gelände im Westen von Nordkorea. (2. März 2019) Bild: Reuters

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Auf einer Raketenanlage in Nordkorea sind US-Experten zufolge neue Aktivitäten ausgemacht worden. Satellitenaufnahmen würden Aktivitäten auf dem Sohae-Gelände zeigen, erklärte das in Washington ansässige Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS).

Die Aktivitäten seien zwei Tage nach dem Scheitern des Gipfels des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump beobachtet worden. Das könne darauf hindeuten, dass Pyongyang die Anlage wieder aufbauen wolle. Von der im Westen Nordkoreas gelegenen Anlage aus waren 2012 und 2016 Trägerraketen mit Satelliten gestartet. International wurden die Starts aber als Tests ballistischer Raketen gewertet und scharf verurteilt. Auf dem Sohae-Gelände befinden sich eine Testanlage für Raketenantriebe und eine Abschussrampe.

Die nun registrierten Aktivitäten könnten laut CSIS ein Zeichen dafür sein, dass Nordkorea nach dem Scheitern des Gipfeltreffens von Hanoi «Entschlossenheit» zeigen wolle. Die Anlage habe seit August 2018 stillgelegen. Dies deute darauf hin, dass die nun registrierten Aktivitäten «absichtlich und zielgerichtet» seien.

Lebensmittelknappheit in Nordkorea

Indessen haben die Vereinten Nationen vor einer Lebensmittelknappheit in Nordkorea gewarnt. Das Land hat nach UNO-Angaben im vergangenen Jahr die schlechtesten Ernten seit mehr als einem Jahrzehnt eingefahren.

Dadurch sei eine grosse «Lebensmittel-Lücke» entstanden. Die Gesamterntemenge sei um 500'000 Tonnen auf 4,95 Millionen Tonnen zurückgegangen, erklärte UNO-Koordinator Tapan Mishra am Mittwoch.

Kurz vor dem zweiten Gipfeltreffen zwischen dem koreanischen Machthaber Kim Jong- un und dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump hatte Nordkorea bereits vor einer Hungersnot in dem verarmten Land gewarnt. Es fehlten rund 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel, heisst es in dem zweiseitigen undatierten Bericht Nordkoreas an die Vereinten Nationen.

Atomwaffenprogramm anstatt Landwirtschaft

Als Ursache für die Hungersnot führte der Bericht hohe Temperaturen an, sowie Dürreperioden, Fluten und Uno-Sanktionen gegen das Land. Die Regierung in Pyongyang müsse deshalb die Essensrationen für die Bevölkerung fast halbieren. In dem international isolierten und bergigen Land fehlt es an moderner landwirtschaftlicher Technologie und an Düngemitteln. Nur 20 Prozent der Fläche gilt als landwirtschaftlich nutzbar.

Kritiker werfen der Führung in Pyongyang zudem vor, jahrzehntelang den Ausbau der Armee und des Atomwaffenprogramms auf Kosten der Bevölkerung vorangetrieben zu haben. (fal/sda)

Erstellt: 06.03.2019, 07:32 Uhr

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