Autolobby führte Abgas-Tests an Menschen durch

An der Universitätsklinik in Aachen wurden 25 gesunde Menschen dem Reizgas Stickstoffdioxid ausgesetzt. Das Experiment wurde unterstützt von Autokonzernen.

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Ein von Autokonzernen finanzierter Verein hat umstrittene Versuche nicht nur mit Affen, sondern offenbar auch mit Menschen unterstützt. Der Verein EUGT habe ein Experiment gefördert, bei dem sich Probanden dem Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) aussetzten, berichtete die «Stuttgarter Zeitung».

Dabei seien an einem Institut des Uniklinikums Aachen 25 junge und gesunde Menschen untersucht worden, nachdem sie jeweils über mehrere Stunden NO2 in unterschiedlichen Konzentrationen eingeatmet hatten.

Auch Abgas-Experiments mit Affen

Das Experiment sei zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Wirkung festgestellt werden konnte, berichtet die Zeitung. Autoabgase gelten als wichtigste Quelle dieses Gases.

Der zuständige Institutsleiter Thomas Kraus betonte gegenüber der Zeitung die eingeschränkte Aussagekraft der 2016 veröffentlichten Studie: Zum einen liessen sich die Befunde nicht auf die gesamte Bevölkerung übertragen, zum anderen sei Stickstoffdioxid nur ein Teil der gesamten Luftbelastung. Der Versuch dürfe daher nicht instrumentalisiert werden, um Entwarnung zu geben.

Gefördert wurde das Experiment laut «Stuttgarter Zeitung» durch die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT), die zuletzt wegen eines Abgas-Experiments mit Affen in den USA in die Kritik geraten war. Nach Berichten der «New York Times» über Tierversuche in den USA im Zusammenhang mit Abgastests hatte sich der Volkswagen-Konzern für die Praktiken entschuldigt.

VW fordert Aufklärung bei Affen-Versuchen

Volkswagen «distanziert sich klar von allen Formen der Tierquälerei», erklärte das Unternehmen am Wochenende. «Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner.»

VW erklärte dazu, die EUGT sei 2007 als unabhängiges Forschungsinstitut von BMW, Daimler, Volkswagen und Bosch gegründet worden, und alle Vereinsmitglieder hätten «gleichberechtigt zusammengearbeitet». Im vergangenen Jahr sei EUGT aufgelöst worden.

Der Konzernbetriebsratschef von Volkswagen, Bernd Osterloh, forderte derweil Aufklärung über die Versuche an Affen. «Wir als Betriebsrat haben da eine klare Meinung: Wenn das so stimmt, dann hat das mit einwandfreiem ethisch-moralischen Verhalten nichts, aber auch gar nichts zu tun», sagte Osterloh der «Welt» (Montagsausgabe). «Sollten damalige Verantwortliche noch an Bord sein, dann müssen personelle Konsequenzen geprüft werden.» (fur/AFP)

Erstellt: 29.01.2018, 07:24 Uhr

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