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Der tote Ehemann in der Tiefkühltruhe

Im US-Bundesstaat Utah wird eine Frau tot in ihrem Haus gefunden, sie starb eines natürlichen Todes. In der Tiefkühltruhe liegt die zerstückelte Leiche ihres Ehemanns.

Über 10 Jahre lagerte Jeanne Souron-Mathers die Leiche ihres Gatten in der Tiefkühltruhe (Symbolbild). Foto: Getty Images
Über 10 Jahre lagerte Jeanne Souron-Mathers die Leiche ihres Gatten in der Tiefkühltruhe (Symbolbild). Foto: Getty Images

Wahrscheinlich sitzen Jeanne Souron-Mathers und ihr Ehemann Paul Mathers nun auf ihrer gemeinsamen Wolke im Himmel und amüsieren sich gar prächtig darüber, wie es ihnen gelungen ist, die Welt zum Narren zu halten.

Es ist ein grotesker, auf bizarre Weise aber auch romantischer Fall, über den die Amerikaner gerade debattieren und über den der Polizist Jeremy Hansen aus der Kleinstadt Tooele im US-Bundesstaat Utah sagt: «Ich bin nun 13 Jahre lang im Dienst – aber so etwas habe ich noch nicht gesehen. Ich bin völlig perplex.»

Vor knapp einem Monat hatten Polizisten die Leiche der 75 Jahre alten Souron-Mathers bei einem Routine-Check in ihrem Haus in einer eigens für Rentner errichteten Siedlung gefunden, sie war eines natürlichen Todes gestorben. So weit, so normal.

«Wir glauben, dass er an einer unheilbaren Krankheit gelitten hat.»

Jeremy Hansen, Polizist

Die Ermittler durchsuchten das Haus nach Anhaltspunkten zum Todeszeitpunkt, in einer Tiefkühltruhe in der Abstellkammer fanden sie den zerstückelten Körper ihres Gatten – und einen notariell beglaubigten Brief vom Dezember 2008, dass dessen Frau nichts mit seinem Ableben zu tun gehabt habe. Die erste Obduktion ergab, dass Mathers bereits zwischen Februar und März 2009 gestorben sein muss.

«Wir glauben, dass er an einer unheilbaren Krankheit gelitten hat», sagt Hansen. Mathers habe davon offenbar im Herbst 2008 erfahren, am 9. Februar 2009 sei er deswegen zum letzten Mal in einem Krankenhaus gewesen. Er bezog nicht nur eine Rente, sondern aufgrund seiner Zeit als Soldat auch eine Pension von der Behörde Veterans Affairs.

Beide Zahlungen wären nach seinem Tod eingestellt oder signifikant verringert worden, also soll der damals 58 Jahre alte Mathers mit seiner Frau verabredet haben, dass die seinen Tod verheimlichen solle, um weiter Geld zu bekommen. Es ist noch unklar, ob Mathers an den Folgen seiner Krankheit gestorben ist oder ob er sich selbst getötet hat. Auch Fremdeinwirkung schliessen die Ermittler nicht aus.

Die Ermittlungen werden eingestellt

Diesen Brief in der Tiefkühltruhe neben der Leiche, der seine Ehefrau zumindest vom Mordverdacht freisprechen soll, falls ihn doch jemand finden sollte, hatte Mathers notariell beglaubigen lassen; die Notarin sagt nun, dass sie das Schreiben am 2. Dezember 2008 gestempelt und per Brief zurückgeschickt habe, ohne es genau zu lesen.

Die Nachbarn berichten, dass Souron-Mathers ihnen erzählt habe, dass ihr Ehemann sie verlassen habe – was ja noch nicht einmal eine Lüge gewesen ist. Sie beschreiben Souron-Mathers als höfliche Nachbarin, die keiner Fliege etwas zuleide tun könne.

Sie wäre wohl wegen Betrugs belangt worden, auch Beihilfe zum Suizid oder Mord wären mögliche Anklagepunkte gewesen. Es hat allerdings mehr als zehn Jahre lang keiner bemerkt, dass Mathers tot gewesen ist. «Völlig verrückt», sagt Hansen und ergänzt, dass die Ermittlungen eingestellt würden, weil beide gestorben seien. Der Plan hat funktioniert, insgesamt soll Souron-Mathers mindestens 177'000 Dollar an Sozialversicherungen und Pensionen bekommen haben.

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