Brexit-Demonstranten ziehen mit gelben Westen durch London

Am Sonntag demonstrierten tausende gegen die britische Regierung. Noch mehr kamen zu einer Gegendemo.

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Angeführt von dem rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson haben Tausende Menschen am Sonntag in London für den Brexit demonstriert. An einer Gegendemonstration von Unterstützern der oppositionellen Labour-Partei nahmen nach Veranstalterangaben deutlich mehr – etwa 15'000 Menschen – teil.

Robinson, der Gründer der islamfeindlichen Organisation English Defence League, protestierte gemeinsam mit Anhängern der EU-feindlichen Ukip-Partei. Robinson ist ein Berater von Gerard Batten, der seit April Ukip-Vorsitzender ist. Der ehemalige Ukip-Chef Nigel Farage kündigte kürzlich an, sein Parteibuch zurückzugeben. Ukip öffne sich immer stärker extremistischen Kräften, begründete er den Schritt.

Scotland Yard verhängte starke Restriktionen, um Zusammenstösse zwischen den beiden Protestzügen in der britischen Hauptstadt zu verhindern. Die Polizei gab keine Schätzungen zur Teilnehmerzahl ab.

Brexit-Abstimmung am Dienstag

Das Parlament in London wird am Dienstagabend über das mit der Europäischen Union ausgehandelte Brexit-Abkommen abstimmen. Die Chancen für Premierministerin Theresa May, ihre Pläne im Unterhaus durchzusetzen, stehen äusserst schlecht.

Die britische Regierung hat einen Medienbericht über eine geplante Verschiebung der Abstimmung im Parlament über den Brexit-Deal mit der EU zurückgewiesen. «Die Abstimmung ist am Dienstag», sagte Brexit-Minister Stephen Barclay am Sonntag dem Sender BBC und bekräftigte damit den Zeitplan.

Auch im Fall einer Niederlage könne Premierministerin Theresa May im Amt bleiben, betonte Barclay. Die «Sunday Times» hatte zuvor berichtet, angesichts einer drohenden Niederlage dürfte die May die angesetzte Parlamentsabstimmung verschieben und noch einmal nach Brüssel reisen, um bessere Bedingungen für ihr Land einzufordern.

Die Zeitung berief sich dabei auf Minister und Berater, die davon ausgingen, dass May die Verschiebung noch an diesem Sonntag bekanntgeben wollte.

(oli/sda)

Erstellt: 09.12.2018, 23:51 Uhr

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