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«Guter Tag für alle Frauen, um zu marschieren»

Genau ein Jahr nach Donald Trumps Amtseinführung gehen zahlreiche Menschen gegen den Präsidenten auf die Strasse. Dieser reagiert mit Sarkasmus.

Landesweite Proteste: Hunderttausende Menschen gehen in den USA auf die Strasse. Video: Tamedia/Storyful/Twitter

Am ersten Jahrestag des Amtsantritts von Donald Trump sind hunderttausende Demonstranten in den USA gegen den US-Präsidenten auf die Strasse gegangen. Allein in Los Angeles protestierten am Samstag nach Angaben der Stadtverwaltung etwa eine halbe Million Menschen.

In New York gab die Polizei die Zahl der Demonstranten mit 200'000 an. Insgesamt waren in mehr als 300 Städten Protestaktionen zum Women's March (Marsch der Frauen) angekündigt. Im vergangenen Jahr waren beim Women's March landesweit mehr als drei Millionen Menschen gegen Trump auf die Strasse gegangen.

Letztes Jahr hatten sich dem Marsch drei Millionen Menschen angeschlossen: Schauspielerin Scarlett Johansson spricht am «Women's March» in Los Angeles über Donald Trump. (20. Januar 2018)
Letztes Jahr hatten sich dem Marsch drei Millionen Menschen angeschlossen: Schauspielerin Scarlett Johansson spricht am «Women's March» in Los Angeles über Donald Trump. (20. Januar 2018)
Jae C. Hong/AP, Keystone
Auch Schauspielerin Eva Longoria ergreift das Wort sowie ...
Auch Schauspielerin Eva Longoria ergreift das Wort sowie ...
Jae C. Hong/AP, Keystone
Offensichtlich hat der amtierende US-Präsident mehr für die politische Frauenbewegung in seinem Land getan als die meisten Präsidenten vor ihm.
Offensichtlich hat der amtierende US-Präsident mehr für die politische Frauenbewegung in seinem Land getan als die meisten Präsidenten vor ihm.
Andrew Caballero-Reynolds, AFP
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Viele Demonstrantinnen trugen pinkfarbene Strickmützen mit Katzenohren - so genannte Pussy Hats in Anspielung auf Trump berühmt gewordene Äusserung, dank seiner Berühmtheit könne er Frauen jederzeit in den Schritt fassen, wenn er das wolle. Auf Plakaten waren Parolen wie «Der Platz einer Frau ist im Weissen Haus» oder «Wenn man einen Clown wählt, muss man mit Zirkus rechnen».

Leuchtturm der Hoffnung

Auch mehrere bekannte Persönlichkeiten mischten sich unter die Protestierenden: so die Schauspielerinnen Jane Fonda, Scarlett Johansson oder Eva Longoria. Ex-US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton als Beleg «für die Kraft und den Widerstand von Frauen überall» gelobt. Die gleiche Stärke wolle sie in diesem Jahr an den Wahlurnen sehen, twitterte die frühere demokratische First Lady der Vereinigten Staaten am Samstag. Im vergangenen Jahr sei der sogenannte Women's March ein «Leuchtturm der Hoffnung» gewesen.

Trump reagiert mit Sarkasmus

Trump reagierte mit Sarkasmus auf die Proteste: Er forderte die Menschen über Twitter auf, auf die Strasse zu gehen und «die historischen Meilensteine und den noch nie dagewesenen wirtschaftlichen Erfolg und die Wertschöpfung zu feiern, die sich in den vergangenen zwölf Monaten ereignet haben». «Schönes Wetter überall in unserem grossartigen Land, ein perfekter Tag für alle Frauen, um zu marschieren», ergänzte der Präsident.

In Washington marschierte der Demonstrationszug vom Lincoln Memorial bis vor das Weisse Haus. Unter den Teilnehmern waren Vitessa Del Prete und ihre 14-jährige Tochter Tanaquil Eltson, beide im Superwoman-Partnerlook. Seit Jahrzehnten sei sexuelle Belästigung ein Thema, «und es bessert sich - aber wir sind noch lange nicht da, wo wir sein sollten», sagte die 51-jährige Del Prete.

Kundgebungen auch in Europa geplant

Weitere Demonstrationen waren für Sonntag geplant, unter anderem in Las Vegas, aber auch in europäischen Städten wie Berlin, Paris und London.

Trumps einjähriges Amtsjubiläum geht mit einem Regierungsstillstand einher: Am Samstag um Mitternacht trat in den USA eine Haushaltssperre in Kraft, die die Arbeit der Bundesbehörden weitgehend lahmlegt. Republikaner und Demokraten hatten sich zuvor im Senat nicht auf einen Übergangshaushalt einigen können.

AFP/nag

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