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Hariri kündigt Rückkehr in den Libanon an

Präsident Macrons diplomatische Intervention in Saudiarabien scheint gefruchtet zu haben: Saad Hariri ist in Paris gelandet. Dort soll er aber nicht lange bleiben.

Auf Einladung von Macron: Libanons zurückgetretener Regierungschef Saad Hariri ist in Paris eingetroffen. Video: Tamedia/AFP

Der unter dubiosen Umständen zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Saad Hariri ist am frühen Samstagmorgen in Paris eingetroffen. Hariri stieg vor seinem Haus in Paris aus seinem Auto und ging auf direktem Weg in das Gebäude, ohne mit Journalisten zu sprechen.

Wenige Stunden nach seiner Ankunft kündigte Hariri an, er werde zur Feier des libanesischen Unabhängigkeitstags am 22. November wieder in sein Heimatland zurückkehren. «Präsident Aoun hat heute morgen einen Telefonanruf von Herrn Hariri erhalten, in dem er ihn informierte, dass er in den Libanon zurückkehren wird», schreibt das Büro des libanesischen Präsidenten Michel Aoun auf Twitter. Ob Hariri sein Amt wieder antreten wird, ist unklar. Aoun hat Hariris Rücktritt bislang nicht akzeptiert. Er erwarte, dass der Premier ihm seine Gründe persönlich im Libanon erklärt.

«Der Premier ist angekommen»: Hariri (Mitte, am Telefon) vor seinem Haus in Paris aus seinem Auto und ging auf direktem Weg in das Gebäude, ohne mit Journalisten zu sprechen. (18. November 2017)
«Der Premier ist angekommen»: Hariri (Mitte, am Telefon) vor seinem Haus in Paris aus seinem Auto und ging auf direktem Weg in das Gebäude, ohne mit Journalisten zu sprechen. (18. November 2017)
Geoffroy van der Hasselt, AFP
Hariri ist von Macron nach Paris eingeladen worden: Die zwei Regierungschefs bei einem Treffen in Paris. (1. September 2017)
Hariri ist von Macron nach Paris eingeladen worden: Die zwei Regierungschefs bei einem Treffen in Paris. (1. September 2017)
Ludovic Marin/AP, Keystone
Hariris Vater und 22 weitere Menschen waren im Februar 2005 bei einem Bombenanschlag auf den Konvoi des ehemaligen Regierungschefs in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet worden – der Mord erschütterte und destabilisierte das Land: Der Sarg von Rafik Hariri in Beirut. (16. Februar 2005)
Hariris Vater und 22 weitere Menschen waren im Februar 2005 bei einem Bombenanschlag auf den Konvoi des ehemaligen Regierungschefs in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet worden – der Mord erschütterte und destabilisierte das Land: Der Sarg von Rafik Hariri in Beirut. (16. Februar 2005)
Dalati Nohra/AP, Keystone
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«Zu sagen, dass ich in Saudiarabien festgehalten werde, ist eine Lüge»

Hariri wurde bei der Ankunft in Paris von seiner Frau Lara al-Asm begleitet. Von seinen drei Kindern war im Fernsehen nichts zu sehen. Der zurückgetretene Premier wollte am Mittag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammentreffen.

Nach Angaben des libanesischen Fernsehsenders Future TV, der Hariris Familie gehört, sei der zurückgetretene Premier und seine Frau an Bord seines Privatflugzeugs von Riad nach Paris geflogen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Hariri nach Paris eingeladen.

Kurz vor dem Abflug hatte Hariri auf Twitter mitgeteilt: «Ich bin auf dem Weg zum Flughafen.» Er hob hervor: «Zu sagen, dass ich in Saudiarabien festgehalten werde und es mir verboten sei, das Land zu verlassen, ist eine Lüge.»

Hariri hatte am 4. November in der saudiarabischen Hauptstadt überraschend seinen Rücktritt erklärt, wobei er schwere Vorwürfe gegen die proiranische Hizbollah-Bewegung erhob, mit der er eine Koalitionsregierung gebildet hatte.

Die Umstände seines Rücktritts führten zu Spekulationen, dass Riad ihn zum Rücktritt gezwungen habe. Präsident Aoun erhob auch den Vorwurf, dass Hariri in Saudiarabien festgehalten werde. Er forderte dessen Rückkehr in den Libanon.

SDA/chk

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