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Mehrere Tote bei Hausbrand in Paris – Bewohnerin festgenommen

Nach dem Feuer in einem Wohnhaus ist die Zahl der Todesopfer weiter angestiegen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Feuer in der Rue Erlanger: Die oberen beiden Stockwerke standen in Flammen. (Video: Reuters, Tamedia)

Bei einem der schwersten Wohnhausbrände in Paris seit der Jahrtausendwende sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Feuerwehr sprach am Dienstag in einer vorläufigen Bilanz von 37 Verletzten. Die Polizei geht von Brandstiftung in dem Mehrfamilienhaus im Westen der französischen Hauptstadt aus. Eine etwa 40 Jahre alte Bewohnerin wurde festgenommen. «Paris trauert», schrieb Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter.

Insgesamt waren rund 200 Feuerwehrleute im 16. Pariser Stadtbezirk im Einsatz. Der Brand in den oberen Etagen des achtstöckigen Hauses aus den 70er Jahren konnte erst nach rund sechs Stunden gelöscht werden. Die Feuerwehr rettete einige Menschen, die auf das Dach geflüchtet waren.

«Von meinem Zuhause aus sah ich Leute, die riefen: ‹Rettet mich!›», berichtete eine Nachbarin, die ihren Namen nicht nennen wollte und noch sichtlich unter Schock stand. Eine andere Anwohnerin namens Stéphanie sagte: «Ich habe Menschen gesehen, die dem Tod gegenüber standen ... Ich habe grauenhafte Schreie gehört.»

Auch umliegende Häuser evakuiert

Die Polizei wirft der festgenommenen Bewohnerin Brandstiftung mit Todesfolge vor. Die angetrunkene Frau wurde nach Angaben eines Polizei-Mitarbeiters auf der Strasse vor dem Mehrfamilienhaus festgenommen, als sie ein Auto anzünden wollte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Frau psychische Probleme. Sie soll vor Ausbruch des Brandes einen Streit mit einem Nachbarn gehabt haben, der Feuerwehrmann ist.

Frankreich empfinde «Mitgefühl» für die Opfer, schrieb Präsident Macron im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er dankte den Einsatzkräften für ihren Mut.

Ein Feuerwehrsprecher warnte, die Zahl der Todesopfer könne noch weiter steigen. Die Erkundungsarbeiten in den obersten Stockwerken des Gebäudes würden fortgesetzt. Dort hatte das Feuer besonders gewütet. Auch umliegende Häuser wurden evakuiert.

Anwohner berichteten, sie hätten zunächst an einen Streit gedacht. «Wir haben eine Frau sehr laut schreien hören», sagte ein Nachbar. Gegen ein Uhr morgens sei er auf die Strasse gelaufen. «Da stand das Gebäude schon in Flammen.» Menschen hätten auf den Balkons gestanden und verzweifelt um Hilfe gerufen.

Es handelt sich um den verheerendsten Brand in Paris seit fast 14 Jahren: Im August 2005 waren 17 Menschen in einem baufälligen Haus im Osten von Paris ums Leben gekommen, darunter 14 Kinder. Mitte Januar dieses Jahres starben in Paris vier Menschen bei einer Gasexplosion in einem Gebäude unweit der alten Oper.

(SDA)

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