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Meine Eltern kämpften gegen die Elite – heute sind sie die Elite

Wie konnten linke Studenten zum Feindbild einer reaktionären Bewegung werden? Rückkehr in die neue, alte Heimat Freiburg.

Ist hier etwa einer rechts? In der deutschen Hauptstadt des linken Bildungsbürgertums sind Abweichler nicht leicht zu finden. Foto: Christina Stohn
Ist hier etwa einer rechts? In der deutschen Hauptstadt des linken Bildungsbürgertums sind Abweichler nicht leicht zu finden. Foto: Christina Stohn

In der Wohnung meiner Kindheit waren die Decken museumshoch, stuckverziert, und wir froren. Das Thermostat: 18 Grad. Nicht um Geld zu sparen, sondern um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Wir Kinder trugen Wollsocken und dicke Pullover und kannten es nicht anders.

Ich wuchs in einem gutbürgerlichen Viertel auf, wo Hortensien in den Vorgärten blühten und alte Damen ihre Dackel spazieren führten, wo die Väter Juristen, Ärzte, Lehrer waren und die Mütter zwar studiert hatten, nun aber Teilzeit arbeiteten, um den Kindern jeden Tag ein warmes Mittagessen zu kochen. Es war das Westdeutschland der 1980er- und 1990er Jahre unter Kanzler Helmut Kohl. Scheidungskinder, Nichtakademiker und Ausländer waren in dieser bürgerlichen Idylle seltene Abweichungen von der Normalität.

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