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«Playboy»-Gründer Hugh Hefner ist tot

«Das Leben ist zu kurz, um den Traum von jemand anderem zu leben», twitterte «Playboy» in der Nacht. Der Pionier der Erotikpresse starb 91-jährig.

Zwischen Chefredaktion, adretten Blondinen und grenzenlosen Träumen. So schillernd war das Leben von Hugh Hefner. (Video: Tamedia/AP/AFP)

Hefner sei im Alter von 91 Jahren gestorben, gab das US-Männermagazin in der Nacht zum Donnerstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter bekannt. Den Tod teilte auch das Unternehmen Playboy Enterprise am Mittwochabend (Ortszeit) in einem Communiqué mit. Hefner «starb friedlich und unter natürlichen Umständen in seinem Haus »The Playboy Mansion« im Kreis geliebter Menschen», heisst es in der Mitteilung des «Playboys».

Die Twitter-Mitteilung enthielt ein Foto von Hefner und den Satz: «Das Leben ist zu kurz, um den Traum von jemand anderem zu leben.» Hefner hatte vor mehr als 60 Jahren den «Playboy» gegründet.

Das Magazin mit Ablegern in zahlreichen Ländern setzt bis heute auf eine Mischung aus Erotikfotos und Berichten über Mode, Kultur und Politik. Immer wieder lassen sich prominente Frauen nackt für den «Playboy» ablichten.

Video: Schweizer Playmate Andrea Vetsch

«Meine Playboy-Bilder brachten in der Schweiz auch Schwierigkeiten.»

Hefner führte das Magazin jahrzehntelang selbst und erschuf ein Marken-Imperium von Clubs, Anwesen, Filmen und Fernsehsendungen, rund um den für den «Playboy» ikonischen Hasen mit Fliege. Die Nacktmodells im Magazin galten als Vorlagen für die Traumvorstellungen von Millionen Männern weltweit. Hefners Markenzeichen waren auch sein seidener Schlafanzug und seine Pfeife.

Der Pionier der Mainstream-Erotikpresse lebte auch selbst die sexuelle Freizügigkeit aus. In seiner «Playboy Mansion» in Los Angeles feierte er ausschweifende Sex-Partys; stets zeigte er sich in Begleitung junger Frauen. Legendär ist sein roter Samt-Bademantel, in dem er häufig für Fotos posierte.

Video: Willkommen in der 100-Millionen-Dollar-Villa

Hefner verkaufte die Playboy Mansion 2016.

Hefner gründete den «Playboy» in einer Zeit als im US-Fernsehen sogar das Wort «schwanger» verpönt war. Als Hefner 1953 seine erste «Playboy»-Ausgabe in die Schreibmaschine tippte, ahnte er noch nicht, dass die Mischung aus Nacktaufnahmen, Artikeln, Interviews, deftigen Herrenwitzen und Tipps für den Umgang mit dem anderen Geschlecht einen derartigen Erfolg haben würde. Ihm selbst ging es auch darum, dem puritanischen Teil Amerikas eine Antwort zu liefern. Hefner versprach dem Leser «Humor, Raffinesse und Pepp». Der Verleger schaffte es, Sex von seinem Schmuddel-Image zu lösen und ihn für Alltagsgespräche salonfähig zu machen.

Marilyn Monroe zierte das erste Titelbild, später liessen Ikonen wie Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, Sharon Stone, Nancy Sinatra, Katarina Witt und Madonna für das Hochglanzmagazin mit der Ausklappseite die Hüllen fallen.

«Das gibt mir grosse Genugtuung»

Der «Playboy» wurde unter anderem schnell zur verbotenen Frucht für viele Teenager. Innerhalb eines Jahres stieg der Umlauf des Magazins auf 200'000 Ausgaben, innerhalb von fünf Jahren auf mehr als eine Million.

In den 1970er-Jahren hatte das Magazin dann mehr als sieben Millionen Leser und inspirierte Nachfolgemagazine wie «Penthouse» und «Hustler». Im 21. Jahrhundert sank die Auflage des «Playboys» wegen dem zunehmenden Angebot, auch wegen des Internets, auf drei Millionen Ausgaben. Hefner und der Playboy-Hase blieben jedoch weltweit eine berühmte Marke.

Bildstrecke: Ein Leben für Playboy

Der Pionier der Erotikpresse in seinem Element: Hugh Hefner mit Kristina Shannon (links) und Crystal Harris. (21. Februar 2009)
Der Pionier der Erotikpresse in seinem Element: Hugh Hefner mit Kristina Shannon (links) und Crystal Harris. (21. Februar 2009)
Bruno Bebert, Keystone
Das US-Männermagazin gab gestern bekannt: Der «Playboy»-Gründer ist im Alter von 91 Jahren verstorben. (4. November 2010)
Das US-Männermagazin gab gestern bekannt: Der «Playboy»-Gründer ist im Alter von 91 Jahren verstorben. (4. November 2010)
Jae C. Hong, Keystone
Roter Samt-Bademantel: Hugh Hefners Schlafanzug und seine Pfeife waren sein Markenzeichen. (13. Oktober 2011)
Roter Samt-Bademantel: Hugh Hefners Schlafanzug und seine Pfeife waren sein Markenzeichen. (13. Oktober 2011)
Kristian Dowling, Keystone
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Als ihn die «New York Times» 1992 fragte, worauf er stolz sei, antwortete Hefner: «Das ich die Einstellungen gegenüber Sex verändert habe. Das nette Menschen nun zusammenleben können. Dass ich die Auffassung von Sex vor der Ehe entgiftet habe. Das gibt mir grosse Genugtuung.»

Politisch engagiert

Hefner war aber auch politisch engagiert, so hatte er sich in den 60er Jahren etwa für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weissen eingesetzt. Er liess afroamerikanische Jazz-Grössen wie Ella Fitzgerald, Sammy Davis Jr., Dizzy Gillespie und Dick Gregory in seinen TV-Shows und in den «Playboy»-Clubs auftreten.

Schwarze Paare mischten sich - wenn auch in begrenzter Zahl - unter die weissen «Bunnies» in einer Zeit, als so ein Nebeneinander eher selten war. Mit Model Jennifer Jackson wurde in einer Ausgabe von 1965 erstmals eine Afroamerikanerin zum «Playmate».

Drei Ehefrauen

Hefner war drei Mal verheiratet. Sein letztes Jawort gab er mit 86 Jahren der 60 Jahre jüngeren Crystal Harris. Hefner ist Vater von vier Kindern und hatte nach eigenen Angaben über 1000 Liebschaften.

Video: Schweizerinnen auf dem Cover von «Playboy»

AP/chk

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