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Polizei fasst Frankreichs meistgesuchten Verbrecher

Er bombte sich in die Freiheit oder floh mit einem Helikopter aus dem Gefängnis. Nördlich von Paris endet die Flucht von Redoine Faïd.

Drei Monate war er  zuletzt auf der Flucht: Redoine Faïd. Nun wurde der  «Gangster neuer Art», wie er sich in seiner Autobiografie selbst feierte, von der Polizei gefasst.
Drei Monate war er zuletzt auf der Flucht: Redoine Faïd. Nun wurde der «Gangster neuer Art», wie er sich in seiner Autobiografie selbst feierte, von der Polizei gefasst.
Interpol, Keystone
Faïd, der wegen eines tödlichen Raubüberfalls zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war, war am 1. Juli aus seiner Haftanstalt getürmt. Schwer bewaffnete Komplizen flogen mit einem entführten Helikopter-Piloten in den Gefängnishof.
Faïd, der wegen eines tödlichen Raubüberfalls zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war, war am 1. Juli aus seiner Haftanstalt getürmt. Schwer bewaffnete Komplizen flogen mit einem entführten Helikopter-Piloten in den Gefängnishof.
IAN LANGSDON, Keystone
Eine Gerichtszeichnung von Faïd aus dem Februar 2018. Nach eigenen Angaben sollen US-Krimis wie Scarface, Reservoir Dogs und Heat seine Gangsterkarriere beeinflusst haben.
Eine Gerichtszeichnung von Faïd aus dem Februar 2018. Nach eigenen Angaben sollen US-Krimis wie Scarface, Reservoir Dogs und Heat seine Gangsterkarriere beeinflusst haben.
AFP
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Drei Monate nach seiner spektakulären Flucht aus einem französischen Gefängnis ist der bekannte Schwerverbrecher Redoine Faïd gefasst worden. Der 46-Jährige wurde in der Nacht auf Mittwoch im nördlich von Paris gelegenen Creil festgenommen, wie aus Ermittlerkreisen verlautete.

Die Polizei nahm drei weitere Männer fest, unter ihnen ein Bruder Faïds. Gefunden wurden auch Waffen. Die Festnahmen verliefen demnach ohne Zwischenfälle. Faïd, der im April wegen eines tödlichen Raubüberfalls zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war, war am 1. Juli aus der Haftanstalt in Réau südöstlich von Paris getürmt.

Heli-Pilot entführt

Sein Ausbruch war filmreif: Schwer bewaffnete Komplizen flogen mit einem entführten Helikopter-Piloten in den Gefängnishof. Dort warfen sie Nebelbomben, verschafften sich mit Kreissägen Zugang zu dem Besucherraum, wo Faïd mit seinem Bruder alleine war, und nahmen den 46-Jährigen mit.

Mitte Juli wäre er fast ergriffen wurden. Bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei im Norden von Paris konnte er aber knapp entkommen.

Idol für «Abgehängte»

Bereits 2013 war dem «König der Ausbrecher» die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis gelungen. In der Haftanstalt von Sequedin nahe Lille nahm er vier Wärter als Geiseln und bahnte sich mit Sprengstoff den Weg ins Freie. Seine Geiseln liess er auf der Flucht frei.

Der selbsternannte «Urban Cowboy» mit algerischen Wurzeln wurde zum Idol vieler «Abgehängter» in den französischen Banlieues – jenen Vorstädten, in denen die Jugend-Arbeitslosigkeit nicht selten bei 50 Prozent liegt.

2010 verfasste Faïd mit Hilfe eines Journalisten seine Autobiografie. Darin feiert er sich als «Gangster neuer Art».

SDA/nag

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