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Professorin will gegen Trumps Richterkandidaten aussagen

Christine Blasey Ford bezichtigt Brett Kavanaugh, er habe versucht, sie zu vergewaltigen. Nun wird sie am Donnerstag unter Eid aussagen.

Kavanaugh vor dem Justizausschuss des Senats. (4. September 2018)
Kavanaugh vor dem Justizausschuss des Senats. (4. September 2018)
Jacquelyn Martin/AP, Keystone

Die Professorin Christine Blasey Ford will am Donnerstag definitiv vor dem US-Senat aussagen. Das berichteten US-Medien am Samstag übereinstimmend unter Berufung auf ein Schreiben der Anwältin der Frau an den Justizausschuss des Senats. Ford habe akzeptiert, «kommende Woche über ihre direkten Erfahrungen mit unangemessenem sexuellen Verhalten von Brett Kavanaugh» zu berichten, hiess es laut US-Medienberichten.

Der Termin der Anhörung wurde auf Donnerstag festgelegt, berichtete unter anderem die «New York Times». Über die weiteren Details sollte noch am Sonntag verhandelt werden. Seit Tagen laufen hinter den Kulissen Verhandlungen über den Termin und die Umstände einer solchen Befragung vor dem US-Senat. Christine Blasey Ford hatte mehrere Bedingungen für eine Aussage gestellt. An diesen Bedingungen und Details könnten die Verhandlungen noch scheitern, schrieb die «New York Times».

Versuchte Vergewaltigung an Schülerparty?

Sollte es am Sonntag keine Einigung geben, müsse der Vorsitzende des Justizausschusses, Charles Grassley, über eine eventuelle Abstimmung über Kavanaugh am Montag entscheiden. Die 51-jährige Ford beschuldigt den erzkonservativen Kandidaten für das vakante Richteramt am Obersten Gericht der USA, in den 80er Jahren bei einer Schülerparty versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Kavanaugh weist die Anschuldigung zurück. US-Präsident Donald Trump, der Kavanaugh als Richter vorgeschlagen hat, stellte Fords Glaubwürdigkeit in Frage.

Es geht bei dem Fall nebst dem mutmasslichen Missbrauch auch darum, ob die Republikaner wenige Wochen vor den Zwischenwahlen den Erfolg verbuchen können, einen weiteren konservativen Richter ins höchste US-Gericht gehievt zu haben. Eine der zentralen Fragen für den Supreme Court ist die Haltung in sozialen Fragen, etwa bei der Frage der Abtreibung.

Streit über den Termin

Ford hatte sich bereits zuvor grundsätzlich zu einer Aussage im Senats-Justizausschuss bereit erklärt – ebenso wie Kavanaugh. Es gab aber Streit über den genauen Termin: Der republikanische Ausschussvorsitzende Chuck Grassley setzte zunächst für Montag eine öffentliche Anhörung an, bei der sowohl die Professorin als auch der Richter aussagen sollen. Diesen Termin lehnte Ford als verfrüht ab. Nach Angaben ihrer Anwälte wollte sie frühestens am Donnerstag aussagen.

Um den Druck auf Ford zu erhöhen, setzte Grassley der Professorin schliesslich eine Frist bis Freitagabend, um über eine Aussage am Mittwoch zu entscheiden. Andernfalls werde der Ausschuss am Montag über Trumps Wunschkandidaten für den mächtigen Supreme Court abstimmen – ohne sie vorher anzuhören.

Fords Anwälte wiesen diese Frist als «willkürlich» zurück und baten um einen weiteren Tag Bedenkzeit. Am Freitagabend lenkte Grassley ein. Er habe Ford «noch eine Fristverlängerung gewährt», schrieb er auf Twitter. «Sie sollte sich entscheiden, damit wir weitermachen können. Ich möchte sie anhören.»

SDA/mch

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