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Reuters-Journalisten in Burma zu sieben Jahren Haft verurteilt

Die zwei Reporter hätten mit ihren Recherchen zu gezielten Tötungen durch das Militär «Staatsgeheimnisse verletzt». International hagelt es Kritik.

Die beiden Journalisten wurden in Handschellen abgeführt. (Video: Tamedia/Reuters)

Ein Gericht in Burma hat zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters zu jeweils sieben Jahren Haft verurteilt. Beide hätten «Staatsgeheimnisse verletzt», urteilte der Richter Ye Lwin am Montag.

Die beiden Reuters-Journalisten wurden nach dem Urteil in Handschellen abgeführt. (3. September 2018)
Die beiden Reuters-Journalisten wurden nach dem Urteil in Handschellen abgeführt. (3. September 2018)
AP Photo/Thein Zaw, Keystone
Wa Lone verlässt das Gericht am Montag, 3. September 2018, nach Bekanntgabe des Urteils.
Wa Lone verlässt das Gericht am Montag, 3. September 2018, nach Bekanntgabe des Urteils.
AP Photo/Thein Zaw, Keystone
Die UNO schreibt in einer Mitteilung, dass sie vom Urteil sehr enttäuscht sei.
Die UNO schreibt in einer Mitteilung, dass sie vom Urteil sehr enttäuscht sei.
@knutostby/Twitter.com, Reuters
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Die beiden Reporter waren im Dezember im Zusammenhang mit ihren Recherchen zur Tötung von Angehörigen der muslimischen Rohingya-Minderheit durch das Militär verhaftet worden. Seither sassen sie im berüchtigten Insein-Gefängnis in Rangun ein.

International wurde das Verfahren gegen die Journalisten scharf kritisiert. Befürchtet wird eine weitere Verschlechterung der Pressefreiheit in Burma. Das Urteil gegen die beiden aus Burma stammenden Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo war bereits in der vergangenen Woche erwartet, dann aber verschoben worden.

UNO spricht von «Völkermord»

Die Minderheit der Rohingya wird in Burma seit langem diskriminiert. Die Lage eskalierte im vergangenen Jahr, nachdem Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte getötet hatten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer. Mehr als 700'000 Rohingya flohen seit vergangenem August vor dem Militär ins Nachbarland Bangladesh.

Die UNO stuft das Vorgehen gegen die Rohingya als «ethnische Säuberung» ein. Im März sprach die UN-Sonderberichterstatterin für Burma, Yanghee Lee, erstmals von einem «Völkermord».

AFP/sep

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