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Russland tritt Klimaabkommen von Paris bei

Moskau will die Luftverschmutzung drosseln und Wälder aufforsten. Unklar bleibt, wie die Rohstoff-Grossmacht den CO2-Ausstoss reduzieren wird.

Dmitri Medwedew mit Wladimir Putin am 23. September im Kreml. (Keystone/Alexei Nikolsky/Sputnik/Kremlin Pool Photo via AP)
Dmitri Medwedew mit Wladimir Putin am 23. September im Kreml. (Keystone/Alexei Nikolsky/Sputnik/Kremlin Pool Photo via AP)

Russland ist per Regierungsverfügung dem Klimaschutzabkommen von Paris offiziell beigetreten. Regierungschef Dmitri Medwedew unterzeichnete das Dokument, wie er am Montag in Moskau mitteilte.

Russland werde die Luftverschmutzung reduzieren und Wälder aufforsten, sagte er. Unklar blieb aber, wie Russland den Ausstoss des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 reduzieren will. Die Rohstoffgrossmacht, die vor allem von ihren Gas- und Ölressourcen lebt, gehört zu Ländern mit dem höchsten Ausstoss von Kohlendioxid.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte Ende Juni eine baldige Ratifizierung des Abkommens - also eine Bestätigung durch das Parlament - angekündigt.

Jahrhundertflut und schwere Waldbrände

Nun teilte die Regierung mit, es brauche gar keinen Ratifizierungsprozess. «Für unser Land ist die Teilnahme an diesem Prozess wichtig», sagte Medwedew. Besonders für die Menschen, die in Regionen mit Permafrostböden lebten, sei dies auch eine Frage der Sicherheit. Wegen des Klimawandels tauen dort die Böden auf.

Medwedew sagte, dass durch den Klimawandel das ökologische Gleichgewicht zerstört werde. Ausserdem habe die Zahl der Naturkatastrophen zugenommen. Russland kämpfte im Sommer gegen die schlimmsten Waldbrände seit Jahren in Sibirien sowie gegen eine Jahrhundertflut nach extremen Regenfällen.

Russland stehe nun vor der Aufgabe, Massnahmen für eine Einhaltung der Klimaziele von Paris zu entwickeln, sagte Vize-Regierungschef Alexej Gordejew. Ein solches Papier, das die nationalen Interessen Russlands berücksichtige, solle 2020 vorliegen. Das Abkommen von Paris sieht vor, die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad.

SDA/sep

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