Über 100 IS-Kämpfer entkommen – Jeffrey widerspricht Trump

Kämpfer der Miliz sind während der türkischen Offensive in Nordsyrien aus der Haft geflohen. Das bestätigt der US-Sondergesandte.

Türkische Offensive mit Nebenwirkungen: Kämpfer der von der Türkei unterstützten Free Syria Army auf dem Weg nach Nordsyrien.

Türkische Offensive mit Nebenwirkungen: Kämpfer der von der Türkei unterstützten Free Syria Army auf dem Weg nach Nordsyrien. Bild: Keystone

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Mehr als hundert Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind nach US-Angaben während der türkischen Grossoffensive in Nordsyrien aus der Haft entkommen. Die USA hätten keine Kenntnisse darüber, wo sich diese Jihadisten jetzt aufhielten, sagte der US-Sondergesandte für den Kampf gegen den IS, James Jeffrey, am Mittwoch während einer Anhörung im Repräsentantenhaus in Washington.

US-Präsident Donald Trump hatte hingegen kurz zuvor erklärt, die in Syrien inhaftierten IS-Mitglieder würden weiterhin sicher festgehalten. Die Entwicklungen in Nordsyrien nach der türkischen Invasion bezeichnete Trump als «grossen Erfolg» seiner Politik. Die von der Türkei angestrebte «Sicherheitszone» sei inzwischen geschaffen, schrieb der US-Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die fünftägige und am Dienstag abgelaufene Waffenruhe habe gehalten und die Kampfhandlungen seien beendet. Trump schrieb weiter, die Kurden seien «sicher» und hätten «sehr nett mit uns zusammengearbeitet». Trump wollte am Mittwochvormittag (Ortszeit) ein Statement im Weissen Haus zur Lage in Syrien abgeben.

Der US-Präsident steht wegen seines Syrien-Kurses massiv in der Kritik, auch aus den Reihen der eigenen Republikanischen Partei. Er hatte nach einem Telefonat mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan vor rund zwei Wochen den Abzug der US-Soldaten aus Nordsyrien beschlossen.

Damit machte Trump den Weg für die türkische Grossoffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in dem Gebiet frei. Die YPG waren bis dahin der wichtigste Verbündete der USA im Kampf gegen den IS. (sda/red)

Erstellt: 23.10.2019, 18:27 Uhr

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