USA testen ballistische Rakete im Pazifik

Die US-Luftwaffe hat von einer Basis in Kalifornien aus eine Rakete über 500 Kilometer weit abgefeuert. Es war der zweite derartige Test innerhalb von drei Monaten.

Einen konkreten Grund für den Waffentest am Donnerstag nannte die Luftwaffe nicht: Eine Minuteman-3-Rakete wird auf der Vandenberg-Lufwaffenbasis in Kalifornien abgefeuert. Symbolbild: Keystone

Einen konkreten Grund für den Waffentest am Donnerstag nannte die Luftwaffe nicht: Eine Minuteman-3-Rakete wird auf der Vandenberg-Lufwaffenbasis in Kalifornien abgefeuert. Symbolbild: Keystone

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Die USA haben erneut eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet. Die bodengestützte Rakete wurde am Donnerstag von der Vandenberg-Luftwaffenbasis in Kalifornien aus abgefeuert und stürzte nach rund 500 Kilometern in den Pazifik, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.

Die Daten und Erfahrungen aus dem Test sollten für die Entwicklung künftiger «Mittelstreckenkapazitäten» verwendet werden, erklärte Pentagon-Sprecher Robert Carver. Es war der zweite derartige Test innerhalb von vier Monaten. Unter den Vorgaben des INF-Vertrags, aus dem die USA im August ausgestiegen waren, wären diese Tests verboten gewesen.

Bereits im August hatten die USA eine bodengestützte und konventionelle Mittelstreckenrakete getestet. Zwei Wochen vor dem damaligen Test war Washington aus dem INF-Vertrag mit der Begründung ausgestiegen, dass Russland das Abkommen bereits seit Jahren verletze.

Signal an Nordkorea

Das Ende des Vertrags von 1987 hat Ängste vor einem neuen globalen Rüstungswettlauf geschürt. Das Abkommen verbot landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können.

Beobachter werteten den jüngsten Raketentest auch als Signal an Nordkorea. Pyongyang hatte vor kurzem mit eigenen weiteren Tests ballistischer Raketen noch in diesem Jahr gedroht, sollten die USA im Atomstreit keine Zugeständnisse machen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Kelly Craft, drohte Nordkorea daraufhin für den Fall neuer Raketentests mit Konsequenzen und deutete zudem weitere Sanktionen an.

Nach einer gefährlichen Eskalation der Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Juni 2018 zu einem historischen Gipfel in Singapur getroffen. Damals einigten sie sich im Grundsatz auf eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, ohne aber konkrete Schritte zu vereinbaren.

Inzwischen liegen die Atomgespräche zwischen Washington und Pyongyang wieder auf Eis, und Pyongyang fordert von Washington Zugeständnisse bis Jahresende. UN-Diplomaten fürchten, das weltweit isolierte Land könnte seine Tests von Langstreckenraketen wieder aufnehmen, sollte es keine raschen Fortschritte in den Gesprächen mit den USA geben. (step/sda)

Erstellt: 12.12.2019, 22:16 Uhr

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