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US-Armee greift Taliban trotz Abkommen an

Die US-Luftwaffe hat Stellungen der Extremisten in der südlichen Provinz Helmand angegriffen.

Die USA wollen sich aus Afghanistan zurückziehen, sind aber immer noch in Kämpfe verwickelt. Foto: Keystone/Archiv
Die USA wollen sich aus Afghanistan zurückziehen, sind aber immer noch in Kämpfe verwickelt. Foto: Keystone/Archiv

Die Taliban-Kämpfer hätten einen Kontrollposten der afghanischen Sicherheitskräfte attackiert, teilte der Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan, Sonny Leggett, am Mittwoch per Twitter mit. «Dies war ein Verteidigungsschlag, um den Angriff zu unterbrechen.» Die Regierung in Washington sei dem Frieden verpflichtet, die US-Armee werde aber ihre afghanischen Verbündeten verteidigen. Leggett rief die Taliban auf, ihre «nutzlosen Angriffe» zu beenden und ihre Verpflichtungen aus dem am Samstag in Doha unterzeichneten Abkommen einzuhalten.

Danach sollen ausländische Truppen binnen 14 Monaten abgezogen werden, wenn die Taliban ihre Zusagen erfüllen und unter anderem eine Waffenruhe einhalten sowie bestimmten militanten Gruppen keinen Unterschlupf gewähren. Ausserdem verständigten sich die USA und die Taliban am Wochenende auf einen raschen Gefangenenaustausch zwischen den Extremisten und der afghanischen Regierung.

Demnach soll die afghanische Regierung bis zu 5000 Taliban-Kämpfer freilassen, die Extremisten im Gegenzug bis 1000. Allerdings hat der afghanische Präsident Aschraf Ghani, dessen Regierung an den Verhandlungen nicht beteiligt war, dies umgehend zurückgewiesen und erklärt, die USA seien lediglich der Moderator.

Bereits vor knapp zwei Wochen hatten die Taliban in einer Vereinbarung mit den USA zugesichert, ihre Gewalt zu verringern und ihre Angriffe nicht zu steigern. Am Montag hatten die Extremisten allerdings erklärt, sie würden wieder wie bisher gegen die afghanischen Sicherheitskräfte vorgehen. So kam es am Dienstag nach afghanischen Angaben zu mehreren Angriffen auf Soldaten und Polizisten, die die Taliban allerdings nicht bestätigten. In Taliban-Kreisen hiess es aber auch, man werde sich gegenüber ausländischen Truppen weiterhin zurückhalten.

REUTERS

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