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Wallraff: «Versteckte Kamera hat ganzes Land wachgerüttelt»

Der Undercover-Journalist bezeichnet die heimlichen Aufnahmen, die zum Rücktritt Heinz-Christian Straches geführt haben, als «gelungenen Coup».

Deckte selbst manche Missstände auf: der Journalist Günter Wallraff. Archivfoto: Henning Kaiser (Keystone)
Deckte selbst manche Missstände auf: der Journalist Günter Wallraff. Archivfoto: Henning Kaiser (Keystone)

Der über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Investigativjournalist und Autor Günter Wallraff sagte der Nachrichtenagentur DPA zudem, dass man wissen möchte, wer dahinter stecke: «Wahrscheinlich eine grössere Organisation.»

Es sei «sehr unheimlich», welche Koalitionen und Schulterschlüsse Rechtspopulisten einzugehen bereit seien, sagte Wallraff. «Das hätte man früher nicht für möglich gehalten. Das österreichische Beispiel sollte uns zur Warnung dienen. Es ist sehr positiv, dass dieser Korruption das Handwerk gelegt wurde», sagte Wallraff, der in Köln lebt.

Die journalistische Methode der versteckten Kamera sei in Deutschland längst als «Lex Wallraff» rechtlich legitimiert. Sie habe sich bewährt «und in Österreich nun ein ganzes Land wachgerüttelt». «Der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht haben dies für zulässig erklärt, wenn damit gravierende Missstände aufgedeckt werden. Ich würde mir nur wünschen, dass diejenigen, die das bewerkstelligt haben, sich zu erkennen geben.» Er selbst habe bei seinen Aktionen mit versteckter Kamera nicht so lange bis zur Veröffentlichung gewartet.

Die auf Ibiza entstandenen Aufnahmen Straches sollen aus dem Jahr 2017 stammen. Die Aktion erinnere ihn an seine Aufdeckung der Putschpläne von Portugals General Antonio de Spinola 1976, sagte Wallraff. Die Aufdeckung der Pläne hatte dazu geführt, dass Spinola sein Exil in der Schweiz verlassen musste und sich nach Südamerika absetzte.

SDA/nag

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