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Bibelfragmente aus 2. JahrhundertAussergewöhnlicher Fund in der «Höhle des Grauens»

Zum ersten Mal seit 60 Jahren haben Archäologen in Israel Bibelfragmente aus dem zweiten Jahrhundert gefunden, in der Nähe des Fundortes der legendären Qumran-Rollen.

Der Archäologe Hagay Hamer (l.) und die Archäologin Oriah Amichai untersuchen das Erdreich in der Höhle nach weiteren Hinweisen.
Der Archäologe Hagay Hamer (l.) und die Archäologin Oriah Amichai untersuchen das Erdreich in der Höhle nach weiteren Hinweisen.
Foto: AFP / Israel Antiquities Authority

Es war ihre letzte Zuflucht. Denn der Weg dorthin war äusserst riskant. Als die Römer im Jahr 135 den jüdischen Bar-Kochba-Aufstand brutal niederschlugen, retteten sich die Überlebenden in die senkrechten Felswände der judäischen Wüste, hoch über dem Flussbett des Nahal Hever. Sie versteckten sich in Höhlen, die 80 Meter unterhalb des Bergplateaus in einer 400 Meter hohen Wand liegen. Wie und ob sie sich dort versorgen konnten, bleibt rätselhaft.

Heute sind die Höhlen nur von oben in abenteuerlichen Abseilaktionen zugänglich. In einer als «Höhle des Grauens» bekannten Zufluchtsstätte machten israelische Archäologen und Archäologinnen jetzt einen aussergewöhnlichen Fund: Sie stiessen auf Fragmente von Schriftrollen mit Bibeltexten, die aus dem zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammen. Die Texte sind aus dem «Zwölfprophetenbuch» und Teil des Tanach, der hebräischen Bibel. Das Christentum übernahm sie im Alten Testament. Die nun gefundenen Versionen sind griechische Übersetzungen der hebräischen Originale.

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