Auto

Der Salonfähige

Kein anderes Elektromobil auf dem Markt nimmt das Design der Autos der nahen Zukunft so vorweg wie der BMW i3. Jetzt haben die Bayern ihren Stromer aufgefrischt und die Reichweite um 30 Prozent gesteigert.

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Ist das jetzt viel? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten. Ein Beispiel dafür liefert der aufgefrischte i3, der auch als sportlicherer i3s angeboten wird und in dieser agileren Version von uns zwei Wochen getestet wurde.

BMW hat den Stromer mit dem futuristischen Design leicht aufgefrischt, die Elektronik nachgerüstet und ihm ein leistungsstärkeres Batteriepaket verpasst. Neu beträgt die Speicherkapazität 120 Amperestunden, was einem Bruttoenergiegehalt von 42,2 Kilowattstunden entspricht. Wichtiger als diese Daten ist der Reichweitenzuwachs in der Praxis, den BMW mit 30 Prozent angibt. Nach dem neuen, alltagsnahen Normzyklus WLTP soll der i3 so 285 bis 310 Kilometer laufen, der i3s 270 bis 285 Kilometer. Wir notieren bei winterlichen Bedingungen immerhin rund 240 Kilometer.

Wer von Zürich aus nach Lausanne fährt, hat folglich intakte Chancen, dort ohne Ladestopp anzukommen. Wer von St. Gallen nach Genf reist, muss seinen Trip unterbrechen – wie schon mit dem Vorgängermodell. Keinen Unterschied merkt, wer seinen i3s nur für die täglichen 60 Pendlerkilometer braucht. Wie bei allen Elektromobilen, besonders im Mid-Range-Sektor, ist die eingangs gestellte Frage, ob ein paar Dutzend Kilometer mehr Reichweite etwas bringen, also subjektiv, sprich, hängt von den Mobilitätsgewohnheiten ab.

Die anderen Neuerungen sind handfester. So hat das Multimediasystem iDrive nun das ansprechende und praktische Kachel­design. Für die Frontscheinwerfer gibt es eine Option auf LED-Matrix-Licht, das den Gegenverkehr im Lichtkegel ausspart. Und schliesslich lassen sich Mobiltelefone nun kabellos laden.

Das Laden des i3s selbst erfolgt weiterhin mit Kabel – obschon BMW beim 530e iPerformance bereits ein kontaktloses System anbietet. An einer Haushaltsteckdose lädt die Batterie in 15 Stunden 80 Prozent nach, an einer Wallbox dauert derselbe Vorgang 3,2 Stunden, am Schnelllader 42 Minuten. Wer über Nacht nachlädt, fährt fast immer mit voller Batterie los und fühlt sich frei, die Fahrcharakteristik auch einmal auf Sport zu schalten.

Diesen Modus hat der i3s exklusiv, die anderen, ein Komfort- Modus und zwei Eco-Modi (mit gedrosselter Spitzengeschwindigkeit und optimierter Steuerung der Klimaanlage) teilt er mit dem Schwestermodell. Im Sportmodus schafft der i3s mit seinen 184 PS den Sprint auf Tempo 100 in 6,9 und den von 80 auf 120 in 4,3 Sekunden. Agil, antrittsschnell und wuselig wirkt er aber selbst im Eco-Pro-Modus. Das Handling ist ausgezeichnet, die Federung hart, das Lenkgefühl organisch, die Abmessungen des Vierplätzers sind mit 4,01 Metern angenehm kompakt. Die Bremse braucht man kaum. Der i3s wird durch die Rekuperation eingefangen, und das verschiebt die Bremspunkte auch bei ökologischer Fahrt näher an die Kurven. Kurzum: Der i3s macht Spass.

Was dieses Auto einzigartig macht, ist aber das Interieur, besonders in der Lodge-Ausstattung. Mit seiner Kombination aus Wollstoff und Naturleder, dem durchgehenden Fussraum zwischen den Frontsitzen und einer geschwungenen Holzleiste im Armaturenträger wirkt der Elektro-BMW elegant und gemütlich wie ein futuristischer Salon. Er nimmt damit die Wohnzimmeratmosphäre vorweg, die man von den autonomen Fahrkapseln der Zukunft erwarten darf.

Ein Nachteil bleiben die verkürzten, gegenläufigen hinteren Türen, die nur bei offenen Vordertüren auf- und zugehen. Und auch der Preis dürfte für viele ein Hindernis sein. 45'500 Franken kostet der i3s mindestens. Und allein für das Lodge- respektive Salon-Paket sind 2690 Franken extra fällig.

Erstellt: 17.12.2018, 18:07 Uhr

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