Auto

Dutzendware im extrovertierten Design

Kantig ist beim Mitsubishi Eclipse Cross nur das Design. Der neue SUV aus Japan ist Konfektionsware, muss aber nicht jeden Vergleich scheuen.

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Eigentlich würde er ja schon auffallen, unser Eclipse Cross, wie er so dasteht vor dem Hotel am Eingang zum Valle Maggia: Der Lack ist auf Hochglanz poliert, das Design verquer und kantig, wie man es nur aus Japan kennt – vom Toyota C-HR oder Nissan Juke. Dumm nur, steht daneben ein Porsche GT3, silbern glänzend und mit einem Flügel im Zivilluftfahrtformat. Und auf der anderen Seite, da steht noch der Ferrari, der schon beim Parkmanöver so viel Radau gemacht hat, dass ihm die Aufmerksamkeit der ganzen Gartenwirtschaft gehörte.

Auch ein paar BMW, Mercedes und ein Tesla stehen herum. Der Parkplatz des Albergo Ristorante Centovalli mutet an wie eine Autoausstellung. Dabei ist diese kleine Herberge nicht gerade luxuriös. Ein Doppelzimmer gibt es für 150 Franken, mit der Toilette auf dem Flur. Was die teuren Karossen und ihre Besitzer anzieht, ist der Risotto. Er ist legendär (und tröstet uns selbst über das zu trockene Kalbsfilet hinweg).

Es sind die einfachen Dinge im Leben, die zählen, es ist diese Plattitüde, die zur Küche im Centovalli wie auch zum Eclipse Cross den richtigen Zugang schafft. Der 4,41 Meter lange Kompakt-SUV ist einer der jüngsten auf dem Markt und doch Dutzendware. Ein Auto, das nicht heraussticht und nicht abfällt für ab 23‘999 Franken. Das extrovertierte Design, muss man als Käufer wissen, tangiert die Übersicht: der Querbalken im Heck ist eine Zumutung. Abschätzbar ist der Eclipse Cross dennoch gut. Und dann hat er in der ab 37‘999 Franken verkauften Version Diamond die üblichen Hilfen, Kameras mit Aufsichtsimulation, Totwinkelwarner und dergleichen.

Sehr gut gefällt die Raumauf­teilung. Die Rückbank läuft auf Schienen bis zu 20 Zentimeter vor oder zurück, der Kofferraum schluckt 653 bis 1122 Liter. Die Bedienung ist simpel, aber nicht ganz ausgereift. Das Touchpad in der Mittelkonsole brauchen wir nie. Lieber hätten wir ein integriertes Navi, Mitsubishi setzt aber ganz auf Handy und Konnektivität.

Der Komfort stimmt, zwar fehlt eine verstellbare Lordosenstütze, aber die Sitze im Fauteuilstil lassen keine Beschwerden aufkommen. Voran geht es eher gemächlich, erst recht, wenn die Ökotaste gedrückt ist und sich zwischen Gasfuss und Vortrieb eine zähe Masse schiebt. 163 PS aus 1,5-Litern Hubraum könnte man sportlicher in Szene setzen. Mitsubishi tut es unaufgeregt mit einem gutmütigen CVT-Getriebe. Daran gewöhnt man sich. Schade nur, bleibt der Verbrauch immer oberhalb der 7 Liter und damit auch für einen Allradler dieses Formats eher hoch.

Um aber den Gedanken zu Ende zu führen: Jede Wette, dass wir im Eclipse Cross eine angenehmere An- und Rückfahrt hatten als die beiden Parkplatznachbarn. Nur mit dem Risotto messen sollte sich der Mitsubishi ­besser nicht.

Erstellt: 14.07.2018, 14:04 Uhr

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