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Richtig gut, aber nicht gerade günstig

Lange hats gedauert, jetzt hat auch VW einen SUV im Kleinformat. Der T-Roc ist zackiger unterwegs als die Konkurrenz, orientiert sich aber preislich nach oben.

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Na, geht doch! Das erste Urteil, wie wir so vor dem Wagen stehen, ist eindeutig: Nach dem Design-einerlei der letzten Jahre wirkt der T-Roc wie der Blech gewordene Befreiungsschlag der VW-Designabteilung. Kontrastfarbenes Dach, freche Farben, eine Front und ein Heck, die das Markenlayout in einen eigenen Look übersetzen – so etwas gabs lange nicht bei den Wolfsburgern. Für das boomende Segment der Kompakt-SUV hat VW nun das richtige Produkt. Endlich, möchte man sagen, nachdem Renault, Peugeot und Konsorten mit den Geländewagen im Kleinformat schon seit Jahren gute Geschäfte machen.

Na, geht doch, lautet auch unser Verdikt nach ein paar Kilometern auf der Strasse. VW hat seinen zwischen Golf und Tiguan platzierten Kompakt-SUV nämlich nicht auf Komfort, sondern auf Agilität und Fahrspass getrimmt. Unser Testwagen in der Topversion spurtet mit seinen 190 PS in 7,2 Sekunden auf Tempo 100, der Zwei-Liter-Turbobenziner hängt, je nach Fahrmodus, sehr unvermittelt am Gas, und der Allradantrieb bringt das Drehmoment trocken auf die Unterlage.

Noch wichtiger: Der T-Roc kann auch kurven. Das Fahrwerk ist straff, so bleibt er satt auf der Strasse, wankt nicht und dreht willig ein, ohne das kleinste Untersteuern. Damit fährt der SUV von VW aus der Konkurrenz heraus, dahin, wo sonst nur noch der Konzernbruder Audi Q2 zu Hause ist.

Das gilt allerdings auch für den Preis: Das Einstiegsmodell für 25'200 Franken mag diesbezüglich etwas in die Irre führen. Der Preis klettert bei den höheren Versionen rasch über die 40'000-Franken-Marke. Unser Testwagen kostet ab 40'750 Franken; mit allen Extras sind es dann knapp über 50'000. Eine Stange Geld also für einen Kompakt-SUV.

An Bord findet sich dafür fast alles, was der modulare Querbaukasten von VW hergibt: das Cockpit mit grossem Touchscreen und digitalem Tacho, Assistenten für den Spurwechsel, das Einparken oder die Fahrt im Stau sowie eine Spurhalteunterstützung, die so bestimmt und zuverlässig agiert, dass einem auf der Autobahn die Lust am Lenken glatt vergeht. Abzüge gibts lediglich für das optional erhältliche und auf eine junge Käuferschaft zielende Soundsystem von «Beats», das einem mit seiner Überbetonung der Bässe rasch auf die Nerven geht.

Die Platzverhältnisse im 4,23 Meter langen T-Roc sind in etwa so wie beim Golf. Will meinen: Auch im Fond gibt es genügend Kopfraum für durchschnittliche Erwachsene, der Beinraum hängt, weil es keine verschiebbare Rückbank gibt, von den Massen und der Rücksicht der Vorderleute ab. Nicht ganz warm werden wir mit den vorderen Sitzen, die zwar viele Einstellungsmöglichkeiten und eine Lordosenstütze bieten, aber keinen festen Halt.

Ansonsten gibt es für den T-Roc nur die besten Noten. Vor allem die Kleinigkeiten stimmen, wie etwa die gut zugängliche induktive Ladestation fürs Handy oder die Vertiefungen in den Türen, die eine 1,5-Liter-Flasche schlucken. Der Verbrauch bleibt, gemessen an den Fahrleistungen, im Rahmen. 6,3 Liter messen wir im normalen Fahrmodus durchschnittlich (Werk 6,7), 5,5 sind es im Eco-Fahrprogramm.

Der T-Roc ist also richtig gut, aber nicht gerade günstig. Über den etwas infantil anmutenden Namen muss man freilich grosszügig hinwegsehen. Das Marketinggerede von wegen «Wir rocken das SUV-Segment» wurde von der schnelllebigen Jugendsprache längst abgehängt. Aber aufmischen wird VW das Segment mit dem T-Roc allemal.

Erstellt: 07.08.2018, 14:45 Uhr

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