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Frischzellen für den Rentner-Benz

Nach der dynamischen Ausrichtung der A-Klasse wertet Mercedes-Benz jetzt auch ihre zweite Kompaktreihe auf. Die neue B-Klasse bleibt auch in ihrer dritten Generation ein Van.

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Wer A sagt, muss auch B sagen. Genau das tut Mercedes jetzt und dynamisiert nach der A-Klasse auch seine zweite Kompaktreihe, die B-Klasse. Mit gutem Grund. Als Mercedes-Chef Dieter Zetsche 2011 an der IAA in Frankfurt eine «revolutionäre Neuausrichtung der Kompaktklasse» ankündigte und die von Gorden Wagener scharf gezeichnete neue A-Klasse auffahren liess, war allen klar, was die Schwaben damit bezweckten: weg vom Image des Senioren-Kompaktwagens, hin zum trendigen Lifestyle-Modell. So wie es die Konkurrenz aus Ingolstadt und München länger schon vormachte.

Und es hat funktioniert. So kontinuierlich, wie die Verkäufe danach anstiegen, so konsequent konnte Mercedes das Durchschnittsalter seiner Kunden senken – in kurzer Zeit um zehn Jahre. Mehr noch: Auf dem für die Marke immer wichtiger werdenden chinesischen Markt liegt das Durchschnittsalter aktuell bei 35 Jahren, wobei, noch bemerkenswerter, die weibliche Kundschaft gut 50 Prozent ausmacht. Und es gibt noch eine weitere Zahl, die Zetsche in seinem Entscheid bestärken muss: 60 Prozent der jungen Käufer, die der Mercedes-Chef mit seiner Neuausrichtung zur Marke geholt hat, sind Neukunden. Sowohl in China wie auch in Europa.

Und jetzt ist also die B-Klasse dran. So radikal wie zuvor bei der A-Klasse hat Chefdesigner Wagener den Zeichenstift aber nicht angesetzt – immerhin galt es auch, Bewährtes zu bewahren. Aber so gut der kompakte Van mit seinen Verkäufen letztlich für den Absatz war, so wenig passte er auch in seiner zweiten Generation zur proklamierten Aufbruchstimmung. Den Ruf als Rentner-Benz mit Hochdach wurde er einfach nie ganz los.

Tempi passati? Bei Mercedes ist man davon überzeugt. Und wenn die neue B-Klasse im Februar an den Start rollt, sieht sie mit ihrer flachen Front, den schmalen Scheinwerfern und dem abgesenkten Dach doch schon sehr viel dynamischer aus. Die Annäherung an die A-Klasse ist unverkennbar, im Vergleich zur ersten B-Klasse-Generation kann man sogar von einem Quantensprung reden. Dennoch bleibt es bei der hohen Sitzposition (plus neun Zentimeter), die im SUV-Zeitalter aber durchaus ihre Berechtigung hat – auch für die angepeilte jüngere Kundschaft. Und die (vielen) Senioren, die der B-Klasse all die Jahre die Treue hielten, wollten die Stuttgarter natürlich auch nicht vergrämen.

Auch wenn sich die neue B-Klasse in Abgrenzung zum Hauptkonkurrenten, dem BMW Active Tourer, Sports Tourer nennt, hat ihre Sportlichkeit Grenzen. Trotz adaptiver Dämpfer, die Mercedes jetzt auch bei seinem zweiten Kompaktmodell einbaut, und einem entsprechenden Set-up ist sie primär auf Fahrkomfort und nicht auf Fahrspass ausgelegt.

Das zeigen auch die Motoren. Die beiden 1,3-Liter-Benziner leisten 136 und 160 PS, der kleinere der beiden Diesel 115 PS. Als «echte Topmotorisierung» wird der 2 Liter grosse Selbstzünder gepriesen, der aus der C-Klasse stammt. Er wird auf der neuen Vorderradantriebs-Plattform der Kompaktklasse erstmals quer eingebaut und leistet 150 oder 190 PS. Mit seinem Doppelkatalysator ist er laut BMW «einer der saubersten Diesel, die wir je im Angebot hatten». Er erfüllt bereits die per 2020 nötige Euro-Norm 6d.

Dieser saubere und sparsame Diesel (5,6 Liter sind es im Normzyklus) dürfte neue junge und treue ältere Kunden gleichermassen überzeugen. Beim Multimediasystem, das integral aus der A-Klasse stammt, ist dies aber weniger der Fall. So reagiert es auf ein Ansprechen mit «Hey Mercedes» mit der Aktivierung der Sprachsteuerung, Schalter und Knöpfe sind auf das Minimum reduziert. An ihre Stelle rücken berührungsempfindliche Flächen auf der Mittelkonsole. Mit seiner durchgehenden Instrumententafel wirkt das Cockpit elegant und topmodern.

Erstellt: 04.01.2019, 09:48 Uhr

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