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Nicht besser, aber länger

Erstmals bringt Lexus eine Langversion nach Europa – und zwar vom Hybrid-SUV RX 450h. Macht die elf Zenti­meter längere Variante Sinn?

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Ich bin jede Generation des Lexus RX gefahren. Dabei sind sicherlich einige Verbesserungswünsche zusammengekommen – weniger Gewicht beispielsweise, eine direktere Lenkung oder ein weniger kompliziertes Infotainmentsystem. Auf den Gedanken «Dieses Auto müsste länger sein und mehr Sitzreihen haben», darauf bin ich nie gekommen. Seis drum, die Ingenieure haben das trotzdem umgesetzt, und voilà, ab sofort bereichert der Lexus RX 450h L das Modellprogramm. Was für unsere Strassenverhältnisse nicht wirklich wichtig erscheint, dürfte auf anderen – deutlich grösseren – Märkten relevant sein, und daher hat diese längere Modellvariante durchaus ihre Berechtigung.

Um eines gleich vorwegzunehmen: Viele meiner oben erwähnten Verbesserungswünsche hat Lexus längst umgesetzt, sprich: Der neueste RX ist ein moderner, angenehmer und auch äusserlich attraktiver SUV. Er kann wohl nicht mehr so stark mit seinem Hybridantrieb punkten wie früher, als er noch der einzige in seinem Segment mit einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektroantrieb war, dafür fährt sich dieser Hybridantrieb inzwischen sehr harmonisch und durchaus angenehm. In der Schweiz ist der RX ohnehin nur in dieser Motorvariante 450h zu haben, der Kunde hat diesbezüglich also gar keine Wahl mehr.

Die Wahl zwischen fünf, sechs oder sieben Sitzen hat er nun. Dabei stellt sich nicht die Frage, welches davon das bessere Auto ist, sondern welche Bedürfnisse man als Käufer zu befriedigen hat. Wer öfters mal eine halbe Fussballmanschaft zum Training fahren muss oder eine solche zu Hause hat, der wird sich für die Langversion entscheiden. Allen anderen sei der kürzere, leichtere, günstigerer Fünfsitzer empfohlen.

Zu den Fakten: Der RX 450h L ist elf Zentimeter länger als die Basisversion, das bedeutet: Der hintere Überhang wuchs um genau dieses Stück. Damit hat es im Fond Platz für eine dritte, umklappbare Rückbank, auf der zwei Personen sitzen können – oder besser: einigermassen sitzen können. Wie bei fast allen siebenplätzigen SUV ist das Platzangebot sehr beschränkt. Im umgeklappten Zustand wächst der Kofferraum auf 1656 Liter an; da gibt es kürzere Kombis, die mehr bieten.

Im Fahrverhalten schliesslich sind die Unterschiede zwischen Basis- und Langversion wohl nicht so frappant. Natürlich lässt sich der 11 Zentimeter kürzere RX einfacher in eine Parklücke quetschen, und klar ist das Mehrgewicht des L von 2275 Kilogramm hier und da zu spüren. Doch der Hybridantrieb, bestehend aus 3,5-Liter-Benziner und Elektromotor mit einer Systemleistung von 313 PS, hat mit der fünf Meter langen Fuhre keinerlei Schwierigkeiten. Ob man damit merklich mehr verbraucht als in der kürzeren Version, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. In einem fairen Mix aus Autobahn, Landstrasse und Stadtverkehr verbrauchte der lange Lexus im Schnitt knapp 7 Liter – das ist ein guter Wert für ein Auto dieser Grössenordnung.

Ob besonders lang oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. Fest steht: Alles in allem ist der RX 450h ein sehr komfortabler und angenehm zu fahrender SUV, der alles bietet, was ein heutiges Auto haben muss. Beeindruckt hat neben dem Verbrauch auch die hochwertige Verarbeitung im Innenraum, die gute Geräuschisolierung und das ausgewogene Abrollverhalten. Minuspunkte gibt es nur für die etwas umständliche Bedienung des Infotainmentsystems und für den Preis: Der Lexus RX 450h L kostet mindestens 85‘000 Franken, die getestete Topversion Excellence ist ab 99‘000 Franken zu haben.

Erstellt: 20.01.2019, 15:50 Uhr

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