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Noch ein Juwel von Renault Sport

Die Sportabteilung des französischen Herstellers hat mal wieder so richtig einen rausgehauen und mit dem Mégane R.S. erneut einen Kracher auf die Räder gestellt.

Für einmal ist sich die versammelte Fachjournaille einig: Der neue Renault Mégane R.S. ist der bestaussehende der aktuellen Hot Hatchbacks. Der beste der frontgetriebenen Kompaktsportler ist er indes nicht – auch hier fällt das Urteil einstimmig aus, da steht ihm der überragende Honda Civic R-Type vor der Sonne. Doch der potente Franzose folgt dicht dahinter.

Wir haben gerade ein paar schnelle Runden auf dem Racetrack im spanischen Jerez gedreht und konnten dabei das volle Spektrum des neuen Mégane R.S. ausloten. Mit 280 PS aus einem neu entwickelten 1,8-Liter-4-Zylinder-Turbobenziner steht der Renault nicht an der Spitze des Segments, auch da liegt der Honda vorne. Mit einem Drehmoment von 390 Newtonmetern zwischen 2400 und 4800 Umdrehungen positioniert sich der schnelle Franzose aber sehr gut in seiner Klasse.

Was uns besonders gefällt: das von R.S.-Modellen bekannte, sehr lebendige, ungefilterte Fahrverhalten. Im Race-Modus, wenn die Stabilitätskontrolle ausgeschaltet ist, die Gasannahme und das gesamte Set-up giftig werden, dann tänzelt der Renault auf der Bremse, dann schiebt er in schnellen Kurven schon mal das Heck nach aussen, dann spürt der Fahrer in jeder Situation die grandios gelungene Abstimmung des Fahrwerks.

Sportlich geübte Fahrer haben so ein Dauergrinsen im Gesicht – andere sollten es beim Sport-Modus belassen, dann bietet der R.S. immer noch sehr viel Fahrspass, greift im Notfall aber schützend ein. Wobei der Renault so gutmütig ist, dass dies eher nicht der Fall sein sollte.

Dem Fahrer hilft nämlich noch ein anderes System: die Allradlenkung 4-Control, die in diesem Segment einzigartig ist. Bis Tempo 60 (im Race-Modus bis Tempo 100) lenken die hinteren Räder bis 2,7 Grad in die Gegenrichtung, was das Handling und die Agilität enorm verbessert. Darüber lenken die Räder bis 1 Grad in die gleiche Richtung mit, was die Stabilität in schnellen Tempi erhöht. Beides ist deutlich spürbar: Der Mégane R.S. zieht gierig in enge Kurven hinein und lässt sich in verblüffenden Tempi um den Scheitelpunkt ziehen, in hoher Geschwindigkeit liegt er stabil und souverän auf der Strasse. Chapeau!

Also alles eitel Sonnenschein? Leider nicht ganz. Die feststehenden Schaltwippen sind aus Platzgründen viel zu kurz geraten und somit im sportlichen Einsatz bei korrekter Lenktechnik schlicht unbrauchbar – unverständlich. Klar, die Renault-Bedienphilosophie mit Bedienhebel für die Audioanlage hinter dem Lenkrad lässt da einfach nicht mehr Platz übrig – da hätte Renault Sport konsequent sein und dieses ohnehin unpraktische Ding aus dem R.S.-Modell verbannen müssen. Ein solcher Lapsus wäre Honda nicht passiert.

Seis drum – wir haben den neuen Mégane R.S. sofort ins Herz geschlossen. Weil er ein ehrliches Auto ist, trotz künstlichem Motorsound und überflüssigem Playstation-Krimskrams. Weil er sich fantastisch fährt. Und weil er unverschämt gut aussieht. Es gibt ihn mit manuellem oder automatischem Getriebe (Doppelkupplung EDC), mit Sport- oder Cup-Fahrwerk mit Torsen-Sperrdifferenzial. Und Ende Jahr kommt die Version Trophy mit 300 PS und 400 Nm. Keine Frage, welchen wir ordern würden – wenn schon Hot Hatchback, dann aber richtig. Die Preise ab 37‘900 Franken (mit EDC ab 39‘600 Franken) sind fair.

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