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Unterirdische Lösung in DietlikonBahnverkehr wird in den Boden verlegt – Gemeinde freuts

Die Entflechtung der Bahnstrecken in Dietlikon im Rahmen des Projekts Brüttenertunnel wird unterirdisch weitergeplant.

Zwischen dem Bahnhof Dietlikon und Wallisellen soll der Bahnverkehr künftig unterirdisch entflochten werden.
Zwischen dem Bahnhof Dietlikon und Wallisellen soll der Bahnverkehr künftig unterirdisch entflochten werden.
Bild: Urs Jaudas

Jetzt also doch: Um den Brüttenertunnel umsetzen zu können, sollen die Gleise am Bahnhof Dietlikon in Richtung Wallisellen nicht über eine Brücke, sondern in eine Unterwerfung verlegt werden. Dies hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) entschieden, wie die kantonale Volkswirtschaftsdirektion am Donnerstag mitgeteilt hat.

Dieser Grundsatzentscheid ist für Dietlikon von weitreichender Bedeutung. Bereits im Juli 2017 hatten Bund, Kanton und Gemeinde sich eigentlich darauf geeignet, dass das Siedlungsgebiet schonend nur mit einem solchen Tunnel für das Bahntrasse entwickelt werden kann. Doch wenige Monate später kam für die Gemeinde der Hammer: Das BAV teilte im November 2017 mit, man werde nun doch auf eine Über- statt eine Unterwerfung setzen. «Das werden wir nie akzeptieren», machte die Dietliker Gemeindepräsidentin Edith Zuber (SVP) daraufhin an einer Informationsveranstaltung unmissverständlich klar.

Der Gemeinderat wurde daraufhin in Bern vorstellig, lobbyierte für ein Tunnel, zeigte auf, wieso ein «Betonriegel» direkt vor dem Lampitzäckern-Quartier kurz vor der Gemeindegrenze zu Wallisellen die Lebensqualität der dort wohnenden Menschen massgeblich beeinträchtigten würden. Ebenfalls gegen die Brückenlösung ausgesprochen hatte sich zu dem Zeitpunkt auch die Zürcher Planungsgruppe Glattal, zu welcher rund 14 Gemeinderäte gehören. Gemeinderätin Zuber schrieb auch einen Brief direkt an die damalige UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard und die Nationalräte Thomas Hardegger, Gregor Rutz und Natalie Rickli reichten in Bern einen Vorstoss ein.

Im Oktober 2018 gab es einen ersten Teilerfolg. Das BAV beauftragte die SBB, nebst der Überwerfung doch auch noch eine Variante mit einem Tunnel auszuarbeiten. Das beruhigte die Dietlikerinnen und Dietliker indes nur bedingt. Im August 2019 reichte die Dietliker Kantonsrätin Cristina Wyss-Cortellini im Parlament einen Vorstoss ein, in welchem sie vom Regierungsrat forderte, sich für eine siedlungsverträgliche Linienführung – sprich für eine Tieferlegung der Gleise– beim Bund einzusetzen.

Die Gemeindepräsidentin ist zufrieden

Nun also die Entwarnung: Die Brückenvariante ist vom Tisch. «Die nun gewählte Unterwerfung bietet dem angrenzenden Siedlungsgebiet der Gemeinde Dietlikon die Chance auf eine siedlungsverträgliche Weiterentwicklung, beeinträchtigt die angrenzenden Quartiere deutlich weniger und lässt mehr Spielraum für zukünftige Entwicklungen», teilt die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion mit. Auch die Gemeinde Wallisellen profitiere vom geringeren Eingriff. Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker-Späh (FDP) scheint von der Entwicklung ebenfalls angetan: «Die unterirdische Streckenführung erfüllt die Erwartungen an die Siedlungsverträglichkeit viel besser als eine Brückenlösung und wird auch dem Landschaftsschutz gerecht», sagt die Regierungsrätin.

Vor allem beruhigt ist aber die Dietliker Gemeindepräsidentin. «Wir sind mit diesem Entscheid sehr glücklich und zufrieden», sagt Zuber. «Nun wird das geplant, worauf wir uns eigentlich von Anfang an im Juli 2017 geeinigt hatten. Für das Quartier In Lampitzäckern ist nun keine Verschlechterung der Lebensqualität zu befürchten, sondern vielleicht sogar eine leichte Verbesserung.» Auch das Naherholungsgebiet Hörnligraben zwischen Dietlikon und Wallisellen profitiere von der landschaftsverträglichen Umsetzung der Gleisentflechtung.