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Unterstützung für Schweizer UnternehmenBanken verdienen bis 200 Millionen Franken an Corona-Krediten

Die Notkredite im Umfang von 20 Milliarden Franken für Schweizer Unternehmen sind ein Geschäft für die beteiligten Finanzinstitute – die Grossbanken möchten die Gewinne spenden.

Gratis machen die Banken das Geschäft mit den Notkrediten nicht: UBS-Filiale am Paradeplatz.
Gratis machen die Banken das Geschäft mit den Notkrediten nicht: UBS-Filiale am Paradeplatz.
Foto: Urs Jaudas

Bis kurz vor der Medienkonferenz des Bundesrates wurde um die Höhe des Zinssatzes für die Notkredite für Unternehmen in der Corona-Krise gerungen. Besonders umstritten war am Mittwoch der Zins, der auf grösseren Krediten (500’000 Franken bis 20 Millionen Franken) fällig wird. Dort tragen die Banken auch einen Teil des Risikos mit. Trotz Widerstand von einigen Instituten wurde der Satz auf 0,5 Prozent festgelegt. Für manche Banken offenbar zu tief.

Dennoch ist es für sie ein Geschäft. Wie aus Verhandlungskreisen zu hören ist, können die Banken insgesamt mit zusätzlichen Erträgen von 150 bis 200 Millionen Franken rechnen. Die Rechnung ist einfach: Bei Bund und Banken geht man davon aus, dass von den total 20 Milliarden Franken etwa 15 Milliarden für grössere Kredite zur Verfügung stehen.

Die Banken können das Geld für diese Kredite von der Nationalbank zu einem Satz von minus 0,75 Prozent beziehen. Von den Unternehmen erhalten sie den Zins von 0,5 Prozent. Das ergibt eine Marge von 1,25 Prozent. Auf 15 Milliarden Franken Kreditvolumen hochgerechnet, ergibt das eine Summe von 180 Millionen Franken, die in die Kassen der Banken fliesst. Pro Jahr oder so lange, wie die Kredite benötigt werden.

Tiefe Kosten für Banken

Den Banken entstehen durch die Verwaltung auch Kosten. Doch im Unterschied zu gewöhnlichen Krediten hält sich der Aufwand in Grenzen. Denn zur Anwendung kommt ein vereinfachtes Verfahren und keine volle Kreditprüfung.

Wie heikel Gewinne aus den Notkrediten offenbar sind, lässt sich aus den ersten Stellungnahmen der beiden Grossbanken herauslesen. In einer Mitteilung der UBS erklärt Konzernchef Sergio Ermotti: «UBS will an dieser Initiative nichts verdienen und wird allfällige Gewinne aus dieser Initiative in einen Hilfsfonds für verschiedene Projekte in der Schweiz bereitstellen.» Fast gleich lässt sich der neue Chef der Credit Suisse in der «Schweizer Illustrierten» zitieren: «Wenn ein Gewinn anfallen sollte, werden wir ihn spenden», so Thomas Gottstein.