Die Auswanderer

Auch als Auswanderer braucht man Ferien

Das Leben als Auswanderer ist anstrengend. Moni und Peter gönnen sich deshalb ein paar freie Tage.

Peter sitzt im Nussschalenboot nach Preah Rumkel. Bild: Moni

Unsere mehrtägige Reise startete in Siem Reap in Kambodscha. Ziel des ersten Tages: das laotische Don Dêt. Zu fünft fuhren wir in einem komfortablen Minibus über Stock und Stein bis zur Grenze und danach noch 20 Kilometer weiter bis Naka Sang. Dort wurden wir mit dem Longtail-Boot zu unsererm ersten Ziel, die Insel Don Dêt, verschifft. Es war aber auch höchste Zeit, dass wir ankamen. Denn es zog ein Gewitter auf. Wir bezogen unser Hotel, stillten Hunger und Durst und schauten dem imposanten Wetterphänomen zu.

Die folgenden zwei Tagen genossen wir das gemütliche Inselleben auf Don Dêt und Don Kong. Wir erkundeten die beiden Inseln mit dem Fahrrad. Das Wetter – es war ein wenig bewölkt – war ideal für unsere Tour.

Traumhafte Wasserfälle

Am dritten Tag reisten wir von Don Dêt zurück nach Kambodscha. Mit einem laotischen Tuktuk fuhren wir zur Grenze und danach mit Bus und einem Nusschalenboot weiter bis nach Preah Rumkel. Wir hatten gehört, dass es auf der Halbinsel eine Bucht geben soll, wo man Delphine beobachten kann. Wir bezogen unser Guesthouse, das nicht gerade luxuriös war (zum schlafen gab es nur eine Matte auf dem Boden). Delphine sahen wir leider keine, da wir zum falschen Zeitpunkt da waren.

Auch das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Auf unserer kleinen Bootstour zu gigantischen Wasserfällen regnete es in Strömen. Da wir ungefähr einen Kilometer durch den Dschungel wandern mussten, bis wir unser Ziel erreichten, waren wir innert Sekunden pitschnass. Zudem hatten wir nicht das richtige Schuhwerk dabei. Doch unser Einsatz hat sich gelohnt: Die Tour war wunderschön und die Wasserfälle schlichtweg gigantisch!

Abends genossen wir noch ein superfeines Essen von unserer Familie im Guesthouse, bevor wir uns schnell schlafen legten.

Delphine und Schildkröten bei Kratie

Die zweitletzte Station auf unserer Reise war Kratie, wo wir nach einer Höllenfahrt ankamen. Vor allem Peter war froh, in unserem dortigen Hotel wieder ein richtiges Bett zu haben. Nachdem ich mich von der anstrengenden Reise erholt hatte, machten wir uns nachmittags auf ins sogenannte «Irrawaddydelphinjagd». Es war ein voller Erfolg! Als wir mit dem Boot auf dem Mekong waren, sahen wir einige Delphine. Einer sprang aus dem Wasser, knapp an unserem Boot vorbei. Und einige spielten miteinander. Ich hatte Tränen in den Augen. Dieses Erlebnis war das bisher schönste in meinem Leben!

Am nächsten Tag machten wir einen weiteren Ausflug von Kratie aus. Wir besuchten eine Schildkrötenauffangstation in einer Tempelanlage. Danach bestiegen wir den Sombor Mountain. Bis zur Bergspitze sind es 125 Treppenstufen. Auf dem höchsten Punkt befindet sich ein wunderschön gelegener Tempel. Der Tempel bietet Meditationsschulungen an – ein mehr als geeigneter Ort dafür! Auch mir als nicht Gläubige entging eine gewisse mystische Kraft, die dieser Ort ausstrahlte, nicht.

Abends genossen wir in Begleitung von traditioneller Musik unser Abendessen. Ich glaube, ich habe mich ein wenig in Kratie verliebt. Die Menschen sind so zufrieden und freundlich, auch wenn sie nicht viel besitzen. Es ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir hier gewesen sind!

In der Hauptstadt

Ganz im Sinne von «Morgenstund hat Gold im Mund» machten wir uns an unserem zweitletzten Ferientag früh morgens auf den Weg nach Phnom Penh. Wir verabschiedeten uns bei Sonnenaufgang von Kratie, standen ein letztes Mal auf unserem Hotelbalkon und beobachteten die morgenlichen Rituale der Kambodschaner in der Nachbarschaft.

Nach sieben Stunden Busfahrt mit etlichen Stopps kamen wir schliesslich in Phnom Penh an, von wo wir am nächsten Tag zurück nach Hause reisten. Wir genossen bei einem Kaffee Latte die Abendstimmung in der Hauptstadt und liessen unsere Ferien nochmals revue passieren. Es waren sehr schöne Tage und ich bereue keine Minute!

Erstellt: 21.07.2015, 13:54 Uhr

Von Weisslingen nach Kambodscha

Als Paar sind wir, Monika und Peter, schon einige Jahre zusammen. Der Gedanke, auszuwandern, schlummert in vielen von uns. Jedoch setzen die Wenigsten die Idee in die Tat um. Wir haben es gewagt und im Herbst 2011 die Schweiz verlassen.

Was braucht es, um auszuwandern? Zuerst einmal eine Grundlage, um im Ausland zu leben. Bei uns war es ein Zufallstreffer in Form eines kleinen Guest House in Sihanoukville, Kambodscha. Nachdem wir im Januar 2010 einige Tage dort verbracht hatten und mit einigen Leuten vor Ort ins Gespräch gekommen waren, haben wir uns entschlossen, auf dem 1. November 2011 das Guest House, das einen neuen Pächter suchte, zu übernehmen.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!