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Ein Abschied und eine neue Aufgabe

2015 ist ins Land gegangen. Wir blicken auf ein erfolgreiches drittes Jahr in Kambodscha zurück, in dem wir uns zwar vom Swissgarden verabschiedeten, das aber eine spannende neue Herausforderung mit sich brachte.

Das Leben in Kambodscha: Unser Freund Sascha Niederhauser hat einen Film über uns gedreht, den wir Anfang 2016 in der Schweiz zeigen werden (siehe Box). (Quelle: Youtube.com)

Januar

Der Januar ist geprägt von den geführten Reisen, die wir seit kurzem anbieten. Peter ist jetzt sehr oft unterwegs mit Gästen, die Kambodscha näher kennenlernen wollen. Wir bieten diese Touren individuell an und gestalten sie ganz nach den Vorlieben unserer Gäste. Durch diese neue Aufgabe und den zwei Gästehäuser haben wir kaum noch Zeit für uns. So entscheiden wir uns schweren Herzens, unser erstes Guesthouse, den Swissgarden, zu verkaufen und uns in die Villa zurückzuziehen. Wir haben schon einige Interessenten, doch noch ist offen, wer es übernehmen wird. Wer zuerst zahlt, wird den Zuschlag kriegen. Mitte Januar ist es dann soweit: Silvio Schnyder hat eine Anzahlung für den Swissgarden geleistet und wird das Haus übernehmen. Etwa zeitgleich schulen wir zusammen mit Ingrid etliche arme Kinder ein. Es ist eine Freude zu sehen, wie die Kinder aufblühen in der neuen Schule und sie geben sich sichtlich Mühe, etwas zu lernen.

Februar

Im Februar herrscht das selbe Bild vor wie im Januar: Der Monat ist voll ausgebucht mit den geführten Touren. Dass sie so grossen Anklang finden, überrascht uns selbst ein wenig – aber wir sind glücklich und Peter geht in seiner neuen Aufgabe voll und ganz auf. Er ist der geborene Reiseleiter und die Gäste schätzen ihn sehr. Eine bittere Pille bringt der Februar dennoch mit sich: Leider können Peters Eltern nicht wie geplant nach Kambodscha kommen, weil seine Stiefmutter im Dezember ihre Schulter gebrochen hat und somit nicht reisefähig ist. Wir sind beide traurig und hoffen, dass sie bald wieder gesund wird. Somnaang, unser Schäfer-/Huskymischling, geht ein weiteres Mal in die Hundeschule, wo er das Elitetraining absolvieren wird. Auch Selina, unsere Jack Russell/Corgi-Mischlingshündin, wird «eingeschult» und wird erstmal die grundlegenden Anstandsregeln eines Hundes lernen. Ich vermisse die Hunde jetzt schon, obwohl sie noch nicht mal ein Tag weg sind.

März

Es wird langsam ruhiger im Guesthouse und der Villa. Wir verfolgen die Fortschritte, die unsere beiden Hunde in der Schule machen, auf Youtube. Jede Woche wird ein Video von Somnang und Selina veröffentlicht. So kann ich sie immer sehen wenn ich will, denn besuchen darf ich sie nicht. Eigentlich haben wir diesen hundelosen Zustand nutzen wollen, um den Dschungel in der Umgebung von Koh Kong unsicher zu machen. Doch zwei Wochen, bevor wir aufbrechen wollen, packt mich wieder einmal das Fieber. Leider bleibt es nicht nur dabei. Durch das Fieber wird eine Muskel- und Venenentzündung ausgelöst. Der Dschungeltrip muss leider abgeblasen werden. Na ja, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Gegen Ende März bin ich wieder fit und ich war froh, dass ich in der Zeit nicht auch noch die Hunde ausführen musste.

April

Selina kommt nach Hause und ich bin sehr glücklich darüber. Sie hat viel gelernt und ist jetzt erwachsener geworden. Nun beginnt die Zeit des täglichen Übens zu Hause, damit sie das Gelernte nicht wieder vergisst. Somnang muss noch eine Weile in der Hundeschule bleiben, da sein Elitetraining rund zehn bis zwölf Wochen dauert. Eigentlich bin ich ganz froh, nur einen Hund zu Hause zu haben, denn so kann ich mich besser um die Eingewöhnung des neuen Katers kümmern, was mit zwei Hunden manchmal gar nicht so leicht ist. Auch das klappt schon ganz gut und Hund und Katze haben gute Fortschritte gemacht.

Mai

Selina und unsere zwei Kater Baby und Kimmerle gewöhnen sich immer besser aneinander. Mit Baby geht es schon ganz gut, aber mit Kimmerle ist die Beziehung oft noch wechselhaft. Wir hoffen, dass die Hänseleien zwischen Selina und ihm nur Spiel sind und sich das mit der Zeit legt. Somnang ist immer noch im Training. Er ist ein toller Hund und meistert die Ausbildung ausgezeichnet. Ich verfolge seine Fortschritte nach wie vor auf Video, um mein Heimweh etwas zu mildern. Trotzdem liefen mir die Tränen runter, als ich ihn nach zehn langen Wochen wieder einmal in meine Arme schliessen durfte. Ende des Monats sollte er dann aber endgültig nach Hause dürfen. Mitte Monat, am 19. Mai, ist bei uns im Swissgarden noch etwas Unerwartetes passiert: Ein junger Beo ist aus dem Nest gefallen und weil die Palme so hoch war, konnte ich ihn auch nicht zurück ins Nest bugsieren. Weil er aber die erste Nacht überlebt hat, besteht Hoffnung, dass wir ihn durchbringen können.

Juni

Gute Neuigkeiten für den kleinen Beo: Es geht ihm täglich besser und er wird schnell grösser. Auf Heimkehr von Somnang müssen wir uns nach wie vor gedulden, denn in der Hundeschule sagte man uns Ende Mai, eine Rückkehr sei derzeit ungünstig, weil gerade ein neuer Trainer begonnen habe. Irgendwann Anfang Juni beschliessen wir dann aber doch, den Rüden nach Hause zu holen. Wir habgen Angst, dass die vielen Trainerwechsel dem Hund schaden könnten. Zudem sind Ger?chte aufgekommen, dass der Betreiber der Hundeschule Probleme mit dem Gesetz habe. Wir wollen nicht, dass unser Hund konfisziert wird und wir ihn nie mehr zurückbekommen. Der Beo ist mittlerweile flügge. Nach ein paar Flugstunden in unserem Garten verabschiedet er sich für immer und zieht seiner Wege.

Juli

Es ist ruhig in der Swissvilla und wir haben endlich Zeit, mal nichts zu tun. Eine wundervolle Beschäftigung. Somnang macht sich ausgezeichnet und er gehorcht uns immer besser. Peter ist immer mal wieder in der Hauptstadt Phnom Penh anzutreffen, wo er mit Freunden das süsse Nichtstun geniesst und kleine Besorgungen macht.

August

Somnang wird immer erwachsener: Man merkt es an seinem Benehmen und er ist viel ruhiger geworden. Er macht seinem Job als Beschützer der Villa-Bewohner alle Ehre. Auch herrscht jetzt offenbar Waffenruhe zwischen den Katern und den Hunden. Manchmal liegen sie sogar ziemlich dicht beieinander und schlafen.

September

Diesen Monat ist eine 10-tägige Rundreise durch Kambodscha angesagt. Mit unserer letzten Volontairin im Swissgarden starte ich im Nordwesten von Kambodscha. In Battambang bin ich nicht das erste Mal und zeige Salome die Region. Danach geht‘s weiter in den Nordosten des Landes nach Ratanakiri. Dort übernachten wir, wie auch schon in der Vergangenheit, im Dschungel in Hängematten. Der Schlafplatz ist direkt bei einem riesigen Wasserfall. Am Abend fängt es an zu regnen und wir gehen früh zu Bett. Während des Frühstück haben wir Glück und der Regen lässt nach, doch als wir uns auf den Rückweg machen, regnet es wieder wie aus Eimern. Weiter geht die Reise nach Mondulkiri, südlich von Ratanakiri. Hier klappern wir die Gegend auf eigene Faust ab. Heimatgefühle kommen dann auf, als wir den höchsten Hügel erklimmen und den alpähnlichen Ausblick auf die Kühe geniessen. In Kratie sind die Hauptattraktion die selten gewordenen lrrawaddy-Delphine. Wieder haben wir Glück und sehen sehr viele Exemplare. Unser vorletztes Ziel ist die Hauptstadt Phnom Penh. Für mich gehört der Stadtrundgang schon fast zum Standardprogramm, doch für Salome ist vieles neu. Letzte Station unserer Rundreise heisst Koh Kong. Ein unscheinbares Dorf, aber es punktet mit der schönsten Landschaft und dem noch grössten zusammenhängenden Regenwald in Kambodscha. Aus 10 Tagen sind schliesslich drei Wochen geworden, aber wir haben jeden einzelnen Tag in vollen Zügen genossen.

Oktober

Langsam kommt unser Geschäft wieder in Schwung. Peter begleitet die ersten Gäste der Saison auf Rundreisen und ich schaue zu Hause zum Rechten. Ein wunderschöner Tag war mein Geburtstag: Einen Tag ohne Internet oder sonstigen Kommunikationsmittel am Strand und wir haben die Sonne, das Meer und das gute Essen richtig ausgekostet. Es ist schon so, wenn das Meer nur einen Katzensprung vom eigenen zu Hause entfernt ist, geniesst man es oft viel zu wenig.

November

Bis auf fünf Tage ist Peter diesen Monat ständig auf Reisen. Und ich habe dauernd Gäste für nur eine Übernachtung, was sehr zeitaufwendig ist und anstrengend. Leider fiel auch in diese Zeit der Besuch einer meiner besten Freundinnen. So mussten sie und ihre Schwester viel alleine unternehmen. Die zwei Tage, die ich frei machen konnte, genossen wir dann umso mehr. Danach zogen sie weiter Richtung Norden und bei mir kehrte der Alltag wieder ein. Trotz allem war die Freude gross, sich nach vier Jahren wieder zu sehen und sie in den Arm zu nehmen.

Dezember

Es regnet und regnet und regnet. Die Sonne will einfach nicht so richtig die Trockenzeit einläuten. Soviel Regen im Dezember ist schon fast eine Sensation. Leider bleiben so auch viele Touristen fern, wer geht bei Regen schon an den Strand? Zur Zeit ist es aber im ganzen Land so, sogar in Siem Reap, wo sich die meisten Touristen aufhalten, klagen die Hoteliers über viel weniger Buchungen. Weihnachten steht vor der Tür und wir sind uns einig, dass wir dieses Jahr nichts machen werden. Peter ist auf Reisen und ich bin alleine mit unserem Personal und unseren vierbeinigen Lieblingen. So wird es zumindest für mich ein sehr erholsames, ruhiges Weihnachtsfest.

Nun bleibt mir noch, euch, liebe Leserschaft, Freunde und Familien, schöne Festtage und einen guten Start ins neue Jahr zu wünschen. Vielleicht dürfen wir den einen oder anderen unter euch im kommenden Jahr im einzigartigen Kambodscha kennen lernen.

Monika

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