Die Auswanderer

Eine alte Liebe neu entfacht

Was man direkt vor der Nase hat, weiss man manchmal gar nicht mehr zu schätzen. Um das zu verhindern, reist Auswandererin Moni quer durch Kambodscha – und verliebt sich neu.

Beeindruckende Landschaft: Auswandererin Moni vor einem der zahlreichen Wasserfälle, die es in der Provinz Ratanakiri gibt. Bild: zVg

Seit wir hier in Kambodscha leben, habe ich einen grossen Wunsch: Einmal rund um das ganze Land zu reisen. Nun wurde dieser Traum endlich wahr. Als ich von unserer letzten Volontärin Salome hörte, dass sie ebenfalls dieses Ziel verfolgt, war für mich nach der Übergabe des Swissgardens der Zeitpunkt gekommen, dieses Vorhaben in die Realität umzusetzen.

Der Plan war, dass wir drei Wochen unterwegs sein werden und so starteten wir am 3. September. Von Sihanoukville reisten wir erst nach Siem Reap, wo wir aber nicht lange bleiben wollten, da Salome die Tempelanlagen von Angkor Wat schon kannte. Deshalb ging’s für uns tags darauf mit dem Bus weiter nach Battambang, wo es Pilzzuchten, ganz frische Frühlingrollen und das einzige Weingut in Kambodscha zu besichtigen gibt. Den noch existierenden Bamboo-Train darf man auch nicht vergessen, ein Erlebnis der besonderen Art. Dabei handelt es sich nicht um einen Zug im eigentlichen Sinn, sondern eher eine Art Draisine aus Bambusholz, die mit einem Motor betrieben wird. Früher nutzten die Kambodschaner die Gleise für Gütertransporte, heute ist das aber wegen des schlechten Wartungszustands nicht mehr möglich. Die Bamboo-Trains sind da viel unempfindlicher und so können Touristen für rund fünf Dollar pro Person die knapp sechs Kilometer lange Strecke bei Battambang befahren.

Per Boot lässt es sich in Kambodscha auch gut reisen. Bild:zVg

Drei Tage später fuhren wir per Boot zurück nach Siem Reap und am nächsten Tag dann gleich weiter nach Ratanakiri. Die Provinz liegt im Nordosten von Kambodscha und ist bekannt für den sagenumwobenen See Yaklaom, der vulkanischen Ursprungs ist, hohe Wasserfälle, den Abbau des Halbedelsteins Zirkon sowie Elefantentrekkings. Wir planten, dort an einem zweitägigen Trekking mit Übernachtung im Dschungel (in einer Hängematte) teilzunehmen. Leider begann es bereits am ersten Abend zu regnen und so machten wir es uns schon um 19.00 Uhr in der Hängematte bequem. Am nächsten Tag ging’s im Dauerregen zurück in die Stadt, was aber gar nicht so unangenehm war.

Übernachten unter freiem Himmel: Die Hängematten, die für die Trekking-Teilnehmer mitten im Dschungel aufgestellt wurden. Bild: zVg

Am achten Tag fuhren wir dann weiter nach Mondulkiri unterhalb von Ratanakiri. Wir mieteten ein Moped und fuhren selbst zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Das machte riesig Spass und wir konnten tun und lassen, was wir wollten. Nach Zwei Tagen war der Spass vorbei und wir zogen nach Kratie weiter. Dort leben noch einige der sehr selten gewordenen Irawady-Delphine, auch Flussschweine genannt. Obwohl ich die Delphine schon mal gesehen habe, war es erneut ein unbeschreiblich schönes Erlebnis, sie beobachten zu können und mir standen die Tränen in den Augen.

Hier, in den Gewässern rund um Kratie, leben die Irawady-Delphine. Bild: zVg

Nach drei Nächten in Kratie reisten wir weiter in die Hauptstadt Phnom Penh. Dort blieben wir ein paar Tage, weil Salome ihr Visum verlängern musste. Ich zeigte ihr die Stadt mit ihren schönen und auch dunklen Seiten.

Einer der zahlreichen Tempel in Kambodscha. Bild: zVg

Da es länger als erwartet dauerte, bis das Visum ausgestellt war, zogen wir nach ein paar Tagen weiter in die Provinz Koh Kong, die nahe der thailändischen Grenze im Südwesten Kambodschas liegt. Die Gegend ist viel schöner, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Unterwegs im Dschungel: Nach diesem Trekking in den Mangrovenwäldern in der Provinz Koh Kong trennten sich die Wege von mir und Salome. Bild: zVg

Nach einem Trekkingtag in den Mangrovenwäldern trennten sich dann unsere Wege. Salome musste ihr Visa in Phnom Penh abholen und für mich hiess es, den Heimweg anzutreten. Es waren drei wundervolle Wochen und meine Liebe für dieses Land verstärkte sich noch mehr.

Monika Lienert

Erstellt: 02.10.2015, 19:49 Uhr

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