Ratgeber Recht

Führerausweis auf Probe: Was gilt?

Seit der Einführung der neuen Regelung zum Erwerb eines Fahrausweises herrscht vielerorts Versunsicherung. Was kann man sich als Autofahrer alles noch erlauben? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Andreas Sutter*.

Fahrausweis auf Probe: Wer zu schnell fährt, dessen Probezeit verlängert sich um ein Jahr. Die Probezeit wäre übrigens mit einem Datumsvermerkt unter dem Punkt 4b vermerkt. Das Symbolbild zeigt einen herkömmlichen Ausweis.

Fahrausweis auf Probe: Wer zu schnell fährt, dessen Probezeit verlängert sich um ein Jahr. Die Probezeit wäre übrigens mit einem Datumsvermerkt unter dem Punkt 4b vermerkt. Das Symbolbild zeigt einen herkömmlichen Ausweis. Bild: Keystone

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Frage eine Ratsuchenden: Ich habe derzeit einen Führerausweis auf Probe. Darf ich jetzt wirklich nicht einmal ein Bierchen trinken und dann fahren? Und was passiert, wenn ich zum Beispiel mit 65 anstatt der erlaubten 50 km/h geblitzt werde?

Expertenantwort: Die meisten Leser werden noch den klassischen Weg gemacht und direkt nach bestandener Fahrprüfung den Führerausweis erhalten haben. Seither wird nur in wenigen Rechtsgebieten derart stark reguliert, verschärft und bestraft wie im Bereich des Strassenverkehrs. Per Dezember 2005 hat der Bundesrat das In­sti­tut des Führerausweises auf Probe eingeführt.

Mit Theorieprüfung, Sehtest, einer Selbstdeklaration über den Gesundheitszustand, Verkehrskundekurs (unter anderem zur «Verkehrssinnbildung» und «Gefahrenlehre») und praktischer Führerprüfung kann dieser Führerausweis auf Probe beantragt werden.

Per 1. Januar 2014 setzte der Bundesrat unter anderem für Inhaber desselben das Verbot des Fahrens unter Alkoholeinfluss – mit 0,1 Promille oder mehr – in Kraft. Wer dieses Verbot missachtet, jedoch den Wert von 0,8 Promille nicht erreicht, muss mit einer Busse und einer Verwarnung rechnen.

Im Übrigen, also zum Beispiel betreffend Geschwindigkeitsüberschreitungen, qualifiziertes Fahren in fahrunfähigem Zustand (über 0,8 Promille) etc. werden die Junglenker grundsätzlich gleich behandelt wie alle anderen. Muss ihnen der Führerausweis entzogen werden, so verlängert sich bloss die Probezeit um ein Jahr. Ein zweites Delikt in der Probezeit führt jedoch zu keinem weiteren Entzug, sondern zur Annullation des Ausweises verbunden mit einem Fahrverbot von mindestens einem Jahr.

Nur mit positiv verlaufener, verkehrspsychologischer Begutachtung kann der Kandidat danach mit dem Lernfahrausweis wieder von vorne beginnen.

*Andreas Sutter, lic. iur. Rechtsanwalt, Winterthur

In Zusammenarbeit mit professionellen Rechtsberatungen und Behörden beantwortet Peter Trösch Ihre Fragen aus dem Alltag rund ums Auto. Anfragen sind zu richten an: ptroesch@landbote.ch. (Landbote)

Erstellt: 30.04.2015, 10:33 Uhr

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