Ratgeber Recht

Unfall zwischen Auto und Velo: Wer haftet wie?

Wer oft mit dem Velo in der Stadt unterwegs ist, weiss: Radfahren kann gefährlich sein. Doch wer haftet, wenn es zu einem Unfall zwischen einem Auto und einem Velo kommt? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Daniel Leiser*.

Rücksichtlose Auto- und Velofahrer: Auf den Strassen in der Stadt kann es schnell gefährlich werden. Wer ist schuld, wenn es zu einem Unfall kommt?

Rücksichtlose Auto- und Velofahrer: Auf den Strassen in der Stadt kann es schnell gefährlich werden. Wer ist schuld, wenn es zu einem Unfall kommt? Bild: Patrick Gutenberg

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Frage eines Ratsuchenden: Aus beruflichen Gründen bin ich mit meinem Auto häufig in der Stadt unterwegs. Mir fällt auf, wie unvorsichtig und regelwidrig die Velofahrer dort unterwegs sind. Wer haftet eigentlich, wenn es zwischen Auto und Velo zu einem Unfall kommt?

Experten-Antwort: Weil Motorfahrzeuge wie Autos, Töffs und LKWs ganz allgemein gefährlich sind, haften ihre Halter grundsätzlich immer für den entstandenen Schaden, auch wenn sie den Unfall nicht verschuldet haben. Werden hingegen Radfahrer in einen Unfall mit einem Motorfahrzeug verwickelt, haften sie nur, wenn sie ein Verschulden trifft.

Die Knacknuss ist allerdings die Aufteilung des Schadens mit dem Motorfahrzeug. Massgebend ist nach der Praxis der Gerichte die Grösse des beidseitigen Verschuldens, wobei die Betriebsgefahr als zusätzliches Moment berücksichtigt werden muss. Kommt es beispielsweise zu einem Unfall zwischen einem Auto und einem Velo, wäre fifty-fifty bei gleich grossem Verschulden ungerecht. Vielmehr dürfte wegen der Betriebsgefahr des Autos ein Drittel des Schadens als Anteil für den Radfahrer die oberste Grenze sein.

Ist hingegen allein das grobe Verschulden einer Bikerin verantwortlich für ihren Zusammenstoss mit einem Auto, dann kann sie den Halter des Wagens nicht zur Rechenschaft ziehen. Dieser wiederum sollte in einem solchen Fall bei der Auto-Haftpflichtversicherung intervenieren, falls diese trotz Grobfahrlässigkeit beabsichtigt, einen Anteil am Schaden zu übernehmen. Denn: Die Versicherungen müssen für ihre Versicherten ungerechtfertigte Ansprüche der Kontrahenten zurückweisen.

*Daniel Leiser, lic. iur. ist Rechtsanwalt.

In Zusammenarbeit mit professionellen Rechtsberatungen und Behörden beantwortet Peter Trösch Ihre Fragen aus dem Alltag rund ums Auto. Anfragen sind zu richten an: ptroesch@landbote.ch

Erstellt: 19.05.2015, 17:49 Uhr

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