Opatija

Wiederentdeckung der Belle Epoque

Auf dem Weg nach Rijeka erreicht man in Opatija die Adria. Dort trafen sich bis zum Ersten Weltkrieg die «Reichen und Schönen» Europas.

Der Lungomare, die erstmals seit ihrem Bestehen nach Kaiser Franz Josef benannte Uferpromenade. Hier mit Sitzbank und dem Wahrzeichen von Opatija: Mädchen mit Möwe.

Der Lungomare, die erstmals seit ihrem Bestehen nach Kaiser Franz Josef benannte Uferpromenade. Hier mit Sitzbank und dem Wahrzeichen von Opatija: Mädchen mit Möwe. Bild: Peter Granwehr

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«Dorf in schöner, durch den Monte Maggiore geschützter Lage am Quarnero, rasch emporgekommener Winterkurort und Seebad mit alter Abteikirche, schönen Villen, Hotels der Südbahn und 1192 Einwohnern.» So beschrieb das Meyer-Konversationslexikon 1894 Abbazia, wie das damals österreichisch-habsburgische Opatija genannt wurde. Der Lexikoneintrag könnte heute wieder so verfasst werden, sieht man davon ab, dass sich die Einwohnerzahl verzehnfacht hat und die Südbahn nicht mehr existiert.

Die Südbahn als Treiber

Ohne die Südbahn wäre Opatija allerdings nie zu dem geworden, was es in der Belle Epoque war und heute wieder darstellt. Zwar liess bereits 1844 ein reicher Kaufmann aus Rijeka in dem Ort die Villa Angiolina erbauen und einen mit exotischen Bäumen ausgestatteten Park anlegen. Doch bei diesem Sommersitz wäre es wohl geblieben, wenn nicht die Südbahn 1873 die Verbindung von Pivka nach Rijeka gebaut hätte mit dem Bahnhof Matulij vier Kilometer oberhalb von Opatija, von dem aus der Ort mit einer Strasse und 1908 mit einer Strassenbahn erschlossen wurde.

In den 1880er-Jahren entstand dann sehr schnell die Infrastruktur eines mondänen Seebads: Hotels, Parkanlagen, Promenaden, Badeanstalten, Opernhaus gefolgt von Villen der Prominenz. Die Südbahn kaufte die Villa Angio­lina samt Park, wo das Denkmal ihres Direktors Friedrich Julius Schüler steht, der sich schon in Semmering als Tourismusförderer einen Namen gemacht hatte.

Dem Badeort an der Österreichischen Riviera, wie die Gegend damals genannt wurde, kam auch zugute, dass der berühmte Kehlkopfspezialist Leopold Schrötter eine starke Aerosol-Konzentration in der Luft von Opatija entdeckte, worauf dieses von Kaiser Franz Josef I. 1889 zum heilklimatischen Kurort erhoben wurde. Der Monarch mit seiner Frau Sissi und in ihrem Gefolge Vertreter des Adels und des Grossbürgertums machten durch ihre Besuche in Opatija den Ort zu einer der ersten touristischen Adressen in Europa.

Mit dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang des Habsburgerreichs kam die ganze Herrlichkeit 1918 zu einem abrupten Ende. Erst nach den innerjugoslawischen Kriegen Mitte der 1990er-Jahre wendete sich das Blatt wieder – das landschaftlich so schön gelegene Städtchen hat sich auf sein Potenzial besonnen und Investoren angezogen, welche die alte Bausubstanz wieder in Wert gesetzt haben. Wer heute in Opatija ankommt, fühlt sich in die Zeit der Monarchie zurückversetzt. An der 12 Kilometer langen Uferpromenade Lungomare reihen sich die Sehenswürdigkeiten von einst wie auf einer Perlen­kette auf.

Venezianisches Istrien

Das Schweizer Unternehmen Eurobus hat dieses Juwel zu seinem Stützpunkt für sein Istrien-Angebot in der Premiumklasse Car Rouge gemacht: Die Gäste werden nach Opatija gefahren, beziehen dort für die ganze Reisedauer das Hotel, von wo aus sie dann täglich geführte Ausflüge unternehmen. Dabei erhalten sie Einblick in eine zweite Welt: die venezianische. Denn die istrische Küste wurde ein halbes Jahrtausend lang von Venedig kontrolliert.

Gut erkennbar ist dessen Einfluss in der auf einem Hügel erbauten Küstenstadt Rovinj, deren Altstadttor mit dem venezianischen Löwen geschmückt ist. Lohnend ist der Aufstieg zur barocken Kirche der heiligen Euphemia mit ihrem 60 Meter hohen Kirchturm, der nach dem Vorbild des Markusturms in Venedig gestaltet wurde, auf dem eine fünf Meter hohe Euphemia-Statue thront.

Ein Besuch des Orts Motovun zeigt, dass sich die Venezianer auch im Innern Istriens festsetzten – hier auf einem sehr steilen Hügel, von dem aus das Tal der Mirna kon­trol­liert werden konnte. Er besteht aus einer Festung mit darunterliegender Vorstadt, die beide mit einem gut erhaltenen Mauerring umfasst sind.

Faszinierend an der slowenischen Küstenstadt Piran sind ihre zwei völlig unterschiedlichen Bereiche: einerseits der 1894 durch eine Aufschüttung gewonnene Tartiniplatz, anderseits die Altstadt mit der Georgs-Kathedrale, von deren Turm aus sich eine imposante Aussicht bietet. Hier würde sich ein längerer Aufenthalt lohnen.

Erstellt: 02.02.2016, 09:06 Uhr

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www.eurobus.ch

Dieser Artikel ist das Resultat einer von Eurobus ermöglichten Pressereise.

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