Salzburg

Bierselig durch Salzburg

Bier fliesst auch ausserhalb des Oktoberfests. In der Region Salzburg kann man ganzjährig originelle Bier­spezialitäten entdecken – und muss sie gleich dort verkosten!

Mindestens eine Brezel gehört schon zum Augustiner Bier.

Mindestens eine Brezel gehört schon zum Augustiner Bier. Bild: Gabriele Spiller

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Zehn Betriebe pflegen in Salzburg und Umgebung die hohe Kunst des Brauens. Die meisten öffnen ihre Türen und Zapfhähne auch für Besucher. Bekannteste Marke ist Stiegl, seit 1492 versorgt das Unternehmen die Bürger und Besucher der Stadt mit einem erfrischenden Trunk.

Den Biergarten Stieglkeller am Festungsberg haben schon viele Persönlichkeiten besucht, nicht zuletzt Wolfgang Amadeus Mozart. Wer in die Geschichte des Hauses eintauchen möchte, dem sei die Stiegl-Brauwelt (Bräuhausstr. 9) empfohlen, die mit Museum, Gastronomie und Hausbrauerei auch auf feierwillige Gruppen eingestellt ist.

Ein Job mit Zukunft

Manch einer dürfte, zumal im Sommer, die authentische Atmosphäre der Augustiner Brauerei im Kloster Mülln (Lindhofstr. 7) bevorzugen. Im grössten Biergarten Österreichs – 1600 Personen finden dort Platz – sitzt es sich schattig unter Kastanien. Das Bier wird seit 1621 handwerklich gebraut, in Holzfässer abgefüllt und frisch gezapft in Steinkrü- gen serviert.

Rund 10 000 Krüge «Schwund» verzeichnet der zur Benediktinerabtei gehörende Betrieb. «Das gehört zur Natur des Menschen», sagt Braumeister ­Johannes Höplinger versöhnlich. Mit dreizehn Mitarbeitern stellt er untergäriges Märzenbier, das stärkere Fastenbier und vor Weih­nachten Bockbier mit 6,4 Volumenprozent her.

«Es ist ein angesehener Handwerksberuf», betont er, «beim ­Augustinerbräu zu sein, das klingt gut in Salzburg.» Die Brauerei ­habe keine Nachwuchssorgen, berichtet er, und könnte jede Woche einen einstellen. Dabei schaffen es die Festangestellten, den Brauprozess so zu steuern, dass er in eine gewünschte, familienfreundliche Arbeitszeit passt: 6.30 bis 15 Uhr.

Eine In­sti­tu­tion ist die Schmankerln-Gasse, denn im Gebäude des Bräustübls kann sich versorgen, wer keine eigene Brotzeit mitgebracht hat. Vom Strudel bis zum Steckerlfisch reicht das Angebot an den Verkaufsständen. Die Tradition, sich das Essen mitzubringen und nur das naturreine Augustiner Bier dazu zu erwerben, stammt noch aus der Zeit der Wallfahrer.

Es ist eine Parallele zu den ­bayrischen Biergärten, und wer die hohe Lederhosen- und Karierte-Hemden-Dichte beobachtet, kann nachvollziehen, dass Salzburg auch einmal (1810–1816) zu Bayern gehörte. Den stimmungsvollen Ort erreicht man über einen schönen Spaziergang entlang der Salzach oder über den Mönchsberg. Rund um den 26. August findet das dreitägige ­Augustinerfest statt, aber sogar im Winter kommt Stimmung im Braustübl mit 1200 Plätzen auf.

Kleine «ProBIERchen»

Die nächste gute Adresse ist das Brauhaus Gusswerk in Hof (Römerstr. 3) bei Salzburg. Braumeister Reinhold Barta hat sich sogar bei den Kollegen von der Konkurrenz Respekt mit seiner Biobierbrauerei verschafft. «Der Begriff Craft Beer ist nicht definiert», erklärt er. Dafür gilt sein Betrieb als erste biodynamische Brauerei der Welt und ist demeterzertifiziert. Barta produziert eine Palette spannender Produkte, vom bernsteinfarbenen Weizenguss bis zur «Horny Betty», einem neunprozentigen Getränk, das aus dem Weinglas genossen wird.

Getoppt wird dieses Bier nur noch vom «Krinna Weible» (14,5 Volumenprozent) aus dem Felsenkeller. Es wird einmal im Jahr in alte Whiskyfässer abgefüllt und reift, bis der nächste Jahrgang anrollt. Das Biomalz, einer der wichtigsten Rohstoffe beim Brauen, bezieht er aus Schottland. Das hochwertige Gebräu, von dem jährlich nur 200 Liter entstehen, verkauft er zu 24,90 Euro pro halbem Liter in der Tonflasche mit Siegel.

«Bier wird auch als Geschenk immer populärer», erzählt Barta in der ehemaligen Glockengiesserei. Bei den Craft-Bieren spielen auch die originellen Namen und Geschichten eine Rolle. Dazu serviert das angegliederte Bierpub regionale Bioschmankerln, wie Bierlipperl (Schwarzbrot mit Liptauer Käse, Speck und Petersilie).

Weissbier & Weisswurst

Zurück in Salzburg (Rupertgasse 10), verführt Die Weisse noch ­einmal zum klassischen Weissbiergenuss. Natürlich gehören Weisswürste dazu, Brezel und Aufstriche. Noch deftiger sind die Kas- oder Spinatnocken, die serviert werden, das Gulasch oder die Ripperl. Auch hier isst das ­Auge mit, in der alten Gaststube mit Kachelofen, im herrlichen Biergarten oder im Schalander, dem Jausenraum der Brauereimitarbeiter. Denn bei einem zünftigen Weissbier gehört man einfach dazu. Da lässt es sich auch über die Landesgrenzen hinweg verbrüdern.

Der Haken an der Sache: Um in den Genuss dieser feinen Bierspezialitäten zu kommen, muss man sich auf den Weg nach Salzburg machen. Denn fast alle Marken werden nur lokal ausgeschenkt.

Erstellt: 23.02.2016, 09:10 Uhr

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