Lasset die Kinder zu mir kommen

Die Kirche als Spielplatz.

Die Kirche als Spielplatz. Bild: Keystone

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Immerwährend erfährt der Spielplatz eine Ausweitung. Dies durchaus auch in spirituell-kulturelle Räume. So macht unser Spaziergang quer durchs Dorf regelmässig halt in einem der Gotteshäuser unseres Quartiers. Erst geht die rasante Fahrt mit dem Kinderwagen zur reformierten Kirche. Dort springt der Kleine mit Schwung vom Wagen und öffnet erwartungsvoll die schwere Türe.

Schon sind wir mittendrin im prächtigen Barockbau, der einen mit seinen ausdrucksvollen Stuckaturen im Rokokostil und seinem kühnem Dachstuhl in Erstaunen versetzt. Die wunder­samen Klänge der Späth-Orgel aus Rapperswil betörten den Jüngsten, und so will er mitten im Gotteshaus «Ringel, Ringel, Reihe» tanzen. Dann geht es flink die Treppe zur Empore ­hinauf, von wo wir vis-à-vis das farbige Kirchenfenster bestaunen, das Jesus Christus zeigt, flankiert von Petrus zur Linken und Paulus zur Rechten. Das Büblein will dann zum Abschluss auch noch die Sitzdeckel der Chorherren runterklappen.

Nun folgt als Nächstes der Gang in die katholische Kirche. Als Erstes wird Weihwasser ver­gossen – ein Ritual, das grosse Freude verbreitet, weil Wasser im Spiel ist. Dann werden als Nächstes Opferkerzen angezündet, für Oma, Opa, Nonno und Nanna und fürs Gotti und Götti – ein Highlight, weil der Kleine so gerne Zündhölzer ausbläst. Auch in dieser Kirche will der Knirps «Ringel, Ringel, Reihe» tanzen. Eine ältere Frau, die ­beten will, zeigt sich irritiertund behält uns kritisch im Auge. Tant pis! Denn wie sagte doch bereits Jesus Christus vor 2000 Jahren: Lasset die Kinder zu mir kommen! (Landbote)

Erstellt: 01.06.2016, 11:49 Uhr

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