Bülach

Kreatives Dreiergespann vereint künstlerische Vielfalt

«Drei Künstler – drei Welten» entfalten sich bis Sonntag in der Schüür. So unterschiedlich sich die Werke aus Holz, Draht und auf Leinwand präsentieren, so einig zeigten sich die Aussteller an der Vernissage in ihrer Leidenschaft für das kreative Tun.

In der Bülacher Schüür präsentieren Ruth Knöpfel aus Niederhasli (links), Mario Capigotto aus Gossau und Elisabeth Ringger aus Teufen ihre vielfältigen Werke, die aus den unterschiedlichsten Materialien geschaffen wurden.

In der Bülacher Schüür präsentieren Ruth Knöpfel aus Niederhasli (links), Mario Capigotto aus Gossau und Elisabeth Ringger aus Teufen ihre vielfältigen Werke, die aus den unterschiedlichsten Materialien geschaffen wurden. Bild: Sibylle Meier

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Die Schüür in der Bülacher Altstadt hatte Ruth Knöpfel schon lange im Kopf. Sechs Jahre nach ihrer letzten Ausstellung im heimischen Niederhasli hat die Hobbymalerin Mitstreiter gefunden, deren Kunst zum rustikalen Ambiente passt.

Die Drahtkünstlerin Elisabeth Ringger aus Teufen war ihr bekannt, diese brachte Mario Campigotto aus Gossau SG ins Spiel. «Es stellte sich heraus, dass ich eine Holzskulptur von ihm besitze», so schloss sich für Knöpfel der Kreis. Das Trio konnte am Freitagabend rund 40 Gäste zur Vernissage der Gruppenausstellung «Drei Künstler – drei Welten» begrüssen.

Ideen aus dem Bauch

«Eine fleissige Malerin bin ich nicht», gestand Knöpfel. Einmal im Monat trifft sie sich mit zwei anderen Frauen im Atelier: «Dann malen wir den ganzen Tag.» Mit dem Vater habe sie in den Ferien gezeichnet, erinnert sich die frühere kaufmännische Angestellte und dreifache Grossmutter. Aus Liebe zur Farbe verlor sie ihr Herz an die Malerei, eignete sich Technik und Können in Kursen an.

«Malen entspannt mich, Kreativität hält mich jung»Ruth Knöpfel,
72-jährige Malerin

Von Aquarell wechselte sie zu Acryl und Mischtechnik, was ihrer künstlerischen Ausdrucks- und Arbeitsweise entgegenkommt: «Manchmal male ich drei Bilder nacheinander auf dieselbe Leinwand. Die Ideen kommen aus dem Bauch, mit Acryl kann ich ständig korrigieren.» Leuchtend bunt sind die Motive – Blumen, Bäume, Steine, manchmal komponiert sie die Farben auch abstrakt. «Malen entspannt mich, Kreativität hält mich jung», ist die 72-Jährige überzeugt.

Alles wird recycelt

Filigran und farbenfroh präsentieren sich die Bilder und Objekte von Elisabeth Ringger. Fantasievolle Figuren und detaillierte Szenerien von tanzenden Insekten bis zum städtischen Treiben biegt, wickelt und lötet die 70-jährige Künstlerin aus Draht, kombiniert sie mit Farbe, Papier, Stoff, Blech und Blisterfolie: «Ich recycle, was mir in die Hände fällt.»

Kreativ war die frühere Swissair-Stewardess und Mutter dreier erwachsener Kinder schon in jungen Jahren. Damals produzierte sie Puppenstuben aus Karton. «Das Machen, nicht das Spielen hat mich interessiert.» Nach einem Abstecher in die Malerei kehrte sie zur Dreidimensionalität zurück. Die Ideen entstehen beim Schaffen: «Manchmal habe ich etwas im Kopf und es kommt etwas ganz anderes dabei raus.» Ringger zeigt ihre Werke in der eigenen kleinen Galerie und nimmt seit acht Jahren regelmässig an Gruppenausstellungen teil.

Mit Motor schnell ans Ziel

Holz, aber auch Metall und Stein sind seine Materialien, Inspiration findet der gelernte Gärtner Mario Campigotto in der Natur. Vor 20 Jahren entstand «durch Zufall» sein erstes Werk, künstlerisch zu arbeiten, wurde für ihn zur Droge – neben dem Job als Pferdezuchtbetriebsleiter, der ihn bis vor sechs Jahren forderte. «Die Zeit für Kunst musst du dir nehmen.»

Nun als Friedhofsgärtner angestellt, betreibt der 49-jährige Familienvater sein Hobby intensiv. Er arbeitet mit der Motorsäge: «Ich komme damit schnell zum Ziel, das ist sehr befriedigend.» Menschen, einzeln, als Gruppe, handlich oder lebensgross, lässt er aus Eiche, Ahorn oder Lindenholz entstehen, verleiht ihnen mit dem Pinsel als Hingucker gern die Appenzeller Tracht. Auch Tierisches präsentiert er in der Schüür: Enten, Katzen, viele Kühe – darunter ein hölzernes Hinterteil im genauen Massstab 1:1.


«Drei Künstler – drei Welten», Ausstellung in der Schüür Bülach, Brunngasse 5. Öffnungszeiten: 23., 24. und 25. Mai von 17 bis 20 Uhr, 26. und 27. Mai (Finissage) von 13 bis 17 Uhr. (Der Landbote)

Erstellt: 21.05.2018, 17:10 Uhr

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