Kloten

130 wollen – aber nur 32 dürfen

Am 15. April wird in der Flughafenstadt ein neues Parlament gewählt. Mindestens sieben der 32 Sitze werden mit neuen Köpfen besetzt. Am meisten Abgänge hat die SVP zu verzeichnen, während die EDU sogar ganz verschwindet.

Für die 32 Sitze im Klotener Stadtparlament treten 130 Kandidatinnen und Kandidaten an.

Für die 32 Sitze im Klotener Stadtparlament treten 130 Kandidatinnen und Kandidaten an. Bild: Sibylle Meier

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In Kloten wollen 130 Männer und Frauen einen Sitz im Stadtparlament erobern. Ziemlich genau jede vierte Person wird es schaffen. Umgekehrt heisst das: Drei Viertel der Kandidierenden fallen durch. Denn am Ende gibt es «nur» 32 Sitze zu verteilen.

Zu den Neuwahlen treten in diesem Jahr 25 Bisherige an. Für die Grünen, die EVP, die FDP, die Grünliberalen und die SP gehen jeweils die kompletten Fraktionen an den Start. Während die EDU keine Liste mehr und den einzigen bisherigen Sitz (Martin Jegge) nicht verteidigen kann, treten bei der CVP zwei der drei und bei der SVP acht von 13 Bisherigen erneut an.

Familienbande überall

Aber nicht alle altgedienten Kräfte sind, wie sonst üblich, zuoberst auf ihren Parteilisten zu finden. Das Beispiel ist hier der erfahrene Karl Egg (SP), der nunmehr als sogenannter Listenfüller auf Platz 31 von 32 aufgeführt wird. Das verschafft der zweitgrössten Parlamentsfraktion – die SP hält bisher fünf Sitze – vorne auf der Liste gute Wahlchancen für ein neues Gesicht. An fünfter Stelle kommt mit dem Studenten Philip Graf ein Kandidat, der in diesem Jahr 21 Jahre alt wird. Und er ist nicht der Erste seiner Familie, den es in die Politik zieht: Sein Grossvater war einst Stadtrat in Kloten und seine Mutter, Priska Seiler Graf, ist es heute noch. Ausserdem findet man auf einem hinteren Listenplatz bei der SP auch gleich den Vater, Thomas Graf.

Solche Klotener Familien, von denen mehrere Generationen politisieren und jetzt vor allem kandidieren, sind in fast allen Parteien zu finden. Bei der CVP kandidiert mit Pascal (bisher) und Evelyne Walt (neu) ein Paar, während bei der EVP nebst Heiri (bisher) auch Tochter Andrea Brändli (neu) kandidiert oder bei den Grünliberalen nebst Mathias Rieder (bisher) auch Tochter Julia (neu). Mutter Suzanne Rieder sass einst für die EVP im Rat und hat sich zugunsten der Kirchenpflege bereits früher zurückgezogen aus dem Stadtparlament. Ausserdem findet man auf der Liste der Grünen Esther Gisler-Kaeser, eine Tochter der Stadt­rätin Regula Kaeser-Stöckli (Grüne).

Auffällig sind die Familienbande auch bei der SVP, der zuletzt grössten Fraktion mit 13 gewählten Volksvertretern. Dort finden sich je zwei Eberhards und Manharts. Wobei nur die Manharts direkt miteinander verwandt sind, Sabrina (bisher) ist die Tochter von Willy (neu), der auf dem 17. Listenplatz folgt. Mutter Carla Manhart kandidiert indes erneut für die Schulpflege. Vom bisherigen Vater-Sohn-Gespann Ueli und Oliver Streuli tritt allerdings lediglich noch der Junior an. Auch der Vater des aktuellen SVP-Fraktionschefs Silvan Eberhard, Heinz, war einst im Rat. Aber noch bevor sein Sohn ins Parlament kam. Eine neue Kandidatin auf der SVP-Liste ist Sandra Eberhard-Hermoso. Sie war bislang Schulpflegerin, nun will sie ins Parlament und kann auf die Tipps von Alt-Stadtrat Max Eberhard zählen, der ihr Schwiegervater ist.

Grüne mit Frauenmehrheit

Zwar hat die SVP den kleinsten Frauenanteil aller Parteien auf ihrer Liste (15 Prozent), aber dennoch haben alle drei Kandidatinnen gute Wahlchancen. Immerhin hat man die Dritte im Bunde, Tina Kasper, auf den ersten Platz gesetzt, noch vor den Fraktionschef. Den grössten Frauenanteil aller sieben Listen bietet die Grüne Partei. Sie verfügt mit 65 Prozent als einzige Partei über mehr Frauen als Männer in ihrem Aufgebot für die anstehenden Neuwahlen. Über alle 130 Kandidierenden gerechnet, liegt die Frauenquote bei 37 Prozent.

Insgesamt am meisten Personalauswahl bietet aber nicht etwa die bislang grösste Partei im ­Klotener Parlament (SVP, 20 Köpfe), sondern die kleine EVP mit 28 Personen auf der Liste – auf dem letzten Listenplatz übrigens mit dem Alt-Kantonsrat ­Peter Reinhard. Das kleinste Kandidatenfeld stellt die CVP mit nur zehn Personen, während die FDP und die Grünliberalen mit 16 aufwarten.

Der jüngste von allen ist Max Töpfer, der in diesem Jahr gerade noch rechtzeitig vor dem Wahltermin vom 15. April 18 Jahre alt wird. Ihm stehen Hans von Känel (SVP) und Jörg Waldvogel (EVP) gegenüber – beide haben Jahrgang 1938 und werden in diesem Jahr somit 80 Jahre alt.

Wahltag ohne Nebeneffekte

Letztmals wurde das Klotener Parlament an jenem 9. Februar 2014 gewählt. Es war der Tag, an dem auch über die Massen­einwanderungsinitiative abgestimmt wurde. Dass dies vor allem die rechte Wählerbasis an die Urne gelockt hatte, machte sich auch bei den Wahlen in Kloten bemerkbar. Während fast alle ­übrigen Städte und Dörfer ihren Wahltag 2014 auf Ende März ­angesetzt hatten, sahen sich die Mitte-links-Parteien in Kloten am 9. Februar nebst verlorener Masseneinwanderungsinitiative auch um die Mehrheit im Parlament gebracht. SVP und FDP gewannen auf Kosten von SP und EVP je einen Sitz und halten seither eine knappe Mehrheit von 17 Sitzen im 32-köpfigen Stadtparlament. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.02.2018, 09:41 Uhr

Parlamentswahl Kloten

Die Listen im Überblick

SVP Kloten, Liste 1: 20 Kandidaten auf 32 Listenplätzen, keine doppelt, davon 8 Bisherige und 3 Frauen (15%). Jüngster Kandidierender Jahrgang 1992, ältester 1938, Schnitt: 45 Jahre.
Sozialdemokratische Partei SP, Liste 2: 23 Kandidierende auf 32 Plätzen (9 doppelt), 5 Bisherige und 9 Frauen (39%). Jüngster Kandidierender Jahrgang 2000, ältester 1950, Schnitt: 50 Jahre.
FDP, Liste 3: 16 Kandidierende auf 32 Plätzen (alle doppelt), 4 Bisherige und 4 Frauen (25%). Jüngster Kandidierender Jahrgang 1998, ältester 1946, Schnitt: 46 Jahre.
CVP, Liste 4: 10 Kandidaten auf 32 Plätzen (alle doppelt), davon 2 Bisherige und 4 Frauen (40%). Jüngster Kandidierender Jahrgang 1989, ältester 1952, Schnitt: 44 Jahre.
EVP Kloten, Liste 5: 28 Kandidaten auf 32 Plätzen (4 doppelt), davon 2 Bisherige und 11 Frauen (39%). Jüngster Kandidierender Jahrgang 1999, ältester 1938, Schnitt: 50 Jahre.
Grüne Partei, Liste 6: 17 Kandidaten auf 32 Plätzen (15 doppelt), davon 2 Bisherige und 11 Frauen (65%). Jüngster Kandidierender Jahrgang 1995, ältester 1952, Schnitt: 43 Jahre.
Grünliberale Partei GLP, Liste 7: 16 Kandidaten auf 32 Plätzen (14 doppelt), davon 2 Bisherige und 6 Frauen (38%). Jüngste Kandidierende Jahrgang 1998, ältester 1955, Schnitt: 44 Jahre. (cwü)

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