Rorbas/Freienstein-Teufen

15'000 Bachforellen-Eier sind die Hoffnungsträger der Fliegenfischer

Laichboxen sollen bei der Wiederansiedlung des empfindlichen Fisches helfen.

Jürg Schneider mit einer Laichbox. Diese wird bald im Fluss verankert, damit sich dort wieder Bachforellen ansiedeln.

Jürg Schneider mit einer Laichbox. Diese wird bald im Fluss verankert, damit sich dort wieder Bachforellen ansiedeln. Bild: Samuel Prenner

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Seltsame schwarze Zylinder werden in die Fliessgewässer in Rorbas deponiert. Ein paar Schaulustige bleiben stehen und beobachten, wie die Männer der Pachtgruppe Töss 113 – einem Verein von Fliegenfischern – eine solche Box auf Grund setzen und dann mit Steinen befestigen. Des Rätsels Lösung: Am Samstagmorgen wurden hier und in Freienstein-Teufen Laichboxen in der Töss und einem ihrer Zuflüsse ausgelegt. Ziel ist, den Bestand der Bachforelle in der Region zu vergrössern. Die zehn Laichboxen, welche die Pachtgruppe verteilte, wurden mit insgesamt 15000 Eiern bestückt.

Für Jürg Schneider ist nur schon ein Erfolg, dass er die Laichboxen überhaupt installieren darf. Bis es soweit war, musste zuerst ein Konzept bei der Kantonalen Fischereiverwaltung eingereicht und von dieser genehmigt werden. Schneider ist Mitglied der Pachtgruppe, welche für den unteren Teil der Töss verantwortlich ist direkt vor der Mündung in den Rhein. «Unser mittelfristiges Ziel ist es, wieder 100 Forellen pro Jahr entnehmen zu können», erklärt er.

Boxen für Fischeier

Die schwarzen Zylinder beinhalten ein metallenes Kästchen mit vielen Löchern darin. Dieses Kästchen ist zweigeschossig aufgebaut. Oben werden die befruchteten Eier aus der Zucht in drei Fächer gefüllt. Anschliessend wird das Kästchen in den Zylinder geschoben und der Zylinder mit gelochten Deckeln verschlossen. Und dann werden die Zylinder eben im Fluss versenkt. Dafür eignen sich am besten sich Stellen, wo der Fluss nicht eine allzu grosse Fliessgeschwindigkeit hat. «Grundsätzlich orientieren wir uns in der Auswahl der Standorte an der Natur. Wir wissen ja, wo die ansässigen Bachforellen laichen und platzieren die Boxen dort in der Nähe», erklärt Schneider. Sobald die Forellen schlüpfen, schwimmen sie erst einmal zum Boden der Box und beginnen , ihre Umgebung zu erkunden. Die Boxen dienen den Jungtieren also auch als Unterschlupf.

«Unser mittelfristiges Ziel ist es, wieder 100 Forellen pro Jahr entnehmen zu können.»Jürg Schneider

15000 Eier werden insgesamt ausgesetzt. Am Schluss werdem es aber natürlich nicht so viele Fische sein, die sich im Fluss tummeln. Nur etwa drei bis vier Prozent der Forellen erreichen eine Grösse von 28 cm, trotz der Bemühungen der Pachtgruppe. Das ist bereits eine gute Quote; bei natürlich abgelegtem Laich ist die Überlebenschance der jungen Fische sogar noch geringer. Dort überleben zwei bis drei Promille.

Die Pachtgruppe kann sich auf die Erfahrungen in anderen Flüssen berufen: In der Thur wurden die Boxen schon erfolgreich eingesetzt. Vor einigen Jahren versuchte man bereits einmal, den Bestand der Bachforellen zu erhöhen, damals noch, indem man Jungtiere aussetzte. «Da hätte man aber auch gleich Fischfutter in die Töss werfen können», meint Jürg Schneider. Denn die Brütlinge aus der Zucht waren es sich nicht gewohnt, in freier Wildbahn zu überleben. Und wurden gefressen.

Steiniger Weg

Die Bachforelle ist vom Fischereiverband der Schweiz zum Fisch des Jahres 2020 gewählt worden. Sie ist weit verbreitet, reagiert aber heikel auf zahlreiche Umwelteinflüsse. Damit ist sie ein wichtiger Indikator für allerlei Änderungen der Umwelt: Zu hohe Temperaturen des Wassers drücken die Bestände ebenso wie Krankheiten. Auch auf die Ausscheidungen von Kläranlagen reagiert die Bachforelle empfindlich. «Man konnte beobachten, dass die Dichte von Zwittern 300 bis 400 Meter nach einer Kläranlage zunimmt», erklärt Schneider. Bloss kann die Pachtgruppe diese Probleme nicht lösen. Den Mitgliedern bleibt letztlich nur die Hoffnung, dass der Bestand sich mit den Laichboxen in der Töss wieder etwas erholt.

Erstellt: 12.01.2020, 17:26 Uhr

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