Bülach

20 Stunden Feuerwehreinsatz im Jakobstal

Der Brand, der am Mittwoch auf dem Areal der Spinnerei Jakobstal ausgebrochen war, hatte die Stützpunktfeuerwehr bis Donnerstagabend beschäftigt.

Die Feuerwehr Bülach hat 340 Personenstunden aufwenden müssen.

Die Feuerwehr Bülach hat 340 Personenstunden aufwenden müssen. Bild: Stützpunktfeuerwehr Bülach

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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat es in der Ruine der alten Baumwollspinnerei Jakobstal gebrannt. Verletzt wurde niemand, die Brandursache ist gemäss Angaben von Kantonspolizei und der Stützpunktfeuerwehr Bülach unbekannt. Bekannt ist hingegen, wie aufwändig die Löscharbeiten waren.

«Wir haben am Mittwoch ab 19.30 Uhr mit 20 Mann im Einsatz gestanden», sagt der stellvertretende Feuerwehrkommandant Guido Manser. Dieser erste Einsatz habe bis um 3.30 Uhr in der Früh angedauert. «Die Löscharbeiten haben sich ausserordentlich schwierig gestaltet, weil ganze Gebäudeteile eingestürzt waren. Überall lagen Balken übereinander.»

20 Mann im Einsatz

Schlicht aus Sicherheitsgründen seien die Feuerwehrleute also gezwungen gewesen, den Brand von aussen zu bekämpfen, nannte Manser die Ursache dafür, dass allein der erste Einsatz 8 Stunden dauerte. Am Donnerstag standen noch 15 Mann der Feuerwehr von 6 bis um 18 Uhr im Einsatz, bis alles aufgeräumt, gesichert und alles Material gereinigt, im Fachjargon «retabliert», war.

Demnach hat die Stütztpunktfeuerwehr Bülach allein insgesamt 340 Personenstunden geleistet. Ferner waren die Kantonspolizei Zürich sowie Fachleute von verschiedenen kantonalen Amtsstellen vor Ort. Die Polizei selbst kann laut Medienstelle keine weiteren Angaben zum Vorfall machen, ausser dass sie den Brand im Jakobstal bestätigt. Es seien «verschiedene Abklärungen am laufen», heisst es aus Zürich.

«Sicher, das war nicht Standard. Und in meiner ganzen Zeit bei der Feuerwehr hab ich das noch nie gemacht.»Guido Manser, stellvertretender Feuerwehrkommandant

Nicht nur aufgrund der langen Einsatzdauer war der Brand im Jakobstal ein besonderer Fall: Die Bülacher Feuerwehrleute auch zu einer doch eher unkonventionellen Massnahme gegriffen, um noch mehr Wasser ins Gebäudeinnere befördern zu können. «Über ein Baugeschäft haben wir aus Regensdorf eine Betonpumpe organisieren können – auf einem 50 Tonnen schweren Lastwagen.»

Wie in Fukushima

Betonpumpen werden auf Baustellen üblicherweise verwendet, um Beton über einen ausfahrbaren Verteilermasten befördern zu können, wie mit einer Art Rüssel. Anstelle des Betons haben die Bülacher einfach Wasser eingefüllt; eine Idee, die auch schon bei den Nuklearkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima erfolgreich eingesetzt worden war. «Sicher, das war nicht Standard. Und in meiner ganzen Zeit bei der Feuerwehr hab ich das noch nie gemacht», sagt Guido Manser. «Aber angesichts der komplexen Situation haben wir nach einer technischen Lösung gesucht – und glücklicherweise war die Pumpe innerhalb von zwei Stunden vor Ort.»

Wiederholte Vorfälle

Die Bauruine Jakobstal war beileibe nicht das erste Mal Einsatzgebiet für die Bülacher Feuerwehr. Seit die Spinnerei 1982 stillgelegt wurde, verfällt sie vor sich hin. Wohl wurde die Anlage 1986 unter Denkmalschutz gestellt, doch spätestens seit Mitte der 90er-Jahre waren Stichworte wie Feuer, Vandalismus, Wasserschäden und Einsturzgefahr immer wieder in den Gerichtsunterlagen zu lesen, die sich mit der Unterschutzstellung an sich, mit den verschiedenen Bauprojekten und Planungsarbeiten für das Areal, beziehungsweise mit den Beschwerden oder Rekursen durch den Eigentümer Oskar Meier (Oskar Meier AG) befasst haben.

Was die aktuellen Pläne für ein 40000 Quadratmeter grosses Arbeitsplatzgebiet auf dem von der NZZ einst als «grössten Schandfleck des Zürcher Unterlands» betitelten Areal angeht, so liegt der Ball weiterhin beim Kanton Zürich.

Erstellt: 07.06.2019, 18:09 Uhr

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