Bülach

200 Jahre lang der Kultur verpflichtet

«Belehrung und Unterhaltung» war das Motto der Lesegesellschaft Bülach seit der Gründung vor zwei Jahrhunderten. Was das umfasste, lässt sich im Buch zum Jubiläum nachlesen.

Stadt- und Kulturkommissionspräsident Mark Eberli hatte nur lobende Worte für die Lesegesellschaft Bülach.

Stadt- und Kulturkommissionspräsident Mark Eberli hatte nur lobende Worte für die Lesegesellschaft Bülach. Bild: Paco Carrascosa

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Dieses Jahr feiert die Lesegesellschaft Bülach ihr 200-jähriges Bestehen. Letzten Samstag standen die Errungenschaften und Erfolge des ältesten Vereins der Stadt im Fokus einer Feier. Der Sigristenkeller bot vom Morgen bis in den Abend hinein eine breite Palette an Unterhaltungsangeboten; das Kernstück war aber die Vernissage des für das Jubiläum eigens verfassten Neujahrsblattes. Das knapp 100 seitige, reich bebilderte Buch in einer Auflage von 700 Exemplaren entstand während zwei Jahren dank Freiwilligenarbeit einiger Mitglieder. Es erzählt dank akribischer Recherche in Archiven und Protokollbüchern von der Gründung an die lebendige und vielfältige Geschichte des Vereins – und somit auch der Stadt Bülach. In Zeiten sozialer und politischer Wandlungen war es stets das Ziel, Zugang zu Wissen und Kultur zu ermöglichen. Vor allem der Allgemeinheit weniger bekannte Aspekte finden im Buch ihre detaillierte Beschreibung.

Seiner Zeit voraus

Nach einer musikalischen Einstimmung des Klarinettenquartetts «Claronetto» hatte Stadt- und Kulturkommissionspräsident Mark Eberli das Wort und für die Lesegesellschaft nur höchsten Lob. An der Attraktivität der Stadt Bülach als Wohnort sei die Lesegesellschaft massgeblich mitbeteiligt. Ihre bekanntesten Gründungen: Die Stadtbibliothek, das Ortsmuseum, die Ortschronisten, der Sigristenkeller, die Laientheatergruppe «Spielleute von Seldwyla», das Bächtelen oder Klassik Bülach, die am Freitag zuvor die Feierlichkeiten im Flügelsaal von Musik Hug mit einem Jubiläumskonzert des Oliver Schnyder Trios eröffnete. Mit der Ermöglichung des Zugangs zu Informationen durch erste gedruckte Zeitungen und Mitsprachemöglichkeiten für die Bevölkerung – noch bevor sie gesetzlich verankert waren – «war Euer Verein der Zeit voraus, und ist heute noch immer am Puls der Zeit», sagte Eberli.

Der Weg Richtung Moderne

Über einige der weniger bekannten Erfolge sprachen danach zwei der Autoren, Pascal Waldner und Thomas Hildebrandt, der auch als Herausgeber agierte. Warum die Lesegesellschaft das Aussehen und die Sicherheit der Allee der Landstrasse beeinflusst hat, wie das Elektrizitätswerk zustande kam und wie das Telefonnetz seinen mühsamen, und zuerst argwöhnisch beäugten Weg nach Bülach fand hörten die Besucher ebenso wie lustige Anekdoten über die Suche nach Manuskripten und vieles mehr. Historisch eingebettet, erläutert das Buch die Bedeutung der Lesegesellschaften im deutschsprachigem Raum und den Wandel von auch politisch ausgerichteten Zielen zur allgemeinen Kulturförderung. Weiter waren als Autoren auch Peter Bertschinger, Robert Nagel, Geri Hildebrandt und Remo Albrecht beschäftigt, die Projektleitung übernahm die Präsidentin Hannelore Schlecht.

Abgerundet wurde das Fest mit zwischen 40 und 80 Besuchern pro Anlass von einer Sonderausstellung im Ortsmuseum, der Präsentation der Gewinner des Wettbewerbs «Schauplatz Bülach» (siehe Box), dem Komikerduo «Messer & Gabel», einem Jubiläumsschwank von den Spielleuten von Seldwyla, einer Unterhaltung vom Buchkritiker Hardy Ruoss sowie Chasperlitheater für Kinder der Bibliothek und einem Konzert der Band «Generikum». Seinen Ausklang fand der Festtag mit einem Abschlussapéro im Grampen. Das Neujahrsblatt 200 Jahre Lesegesellschaft Bülach ist in der Altstadtbuchhandlung und über die Homepage (www.lesegesellschaft.com) für 35 Franken erhältlich. (zuonline.ch)

Erstellt: 17.06.2018, 16:02 Uhr

Schreibwettbewerb

Im Sommer 2017 hat der Vorstand der Lesegesellschaft Bülach (LGB) beschlossen, im Rahmen des 200-Jahr-Jubiläums einen Schreib-Wettbewerb zu veranstalten. Der damalige Präsident der LGB, Gerold Hildebrandt, erhielt den entsprechenden Auftrag. Gemeinsam mit drei Lehrpersonen für Deutsch der Kantonsschule Zürcher Unterland wurde der Wettbewerb zum Thema «Schauplatz Bülach» im Oktober ausgeschrieben. Es trafen 27 Wettbewerbsarbeiten ein. Nach der Vorauswahl durch die Organisationsgruppe erhielten die fünf Jury-Mitglieder, darunter die Schriftstellerin Dana Grigorcea, 17 Texte. Sie bestimmten die Preisträgerinnen und Preisträger jeder der drei Kategorien.

Kategorie Sekundarschule
1. Nisha Mathur, Schulhaus Hinterbirch B1a,
«Meine Taufe im Pfadilager»
2. Jara Bangerter, Schulhaus Hinterbirch B1a,
«Aller Anfang ist schwer»
3. Seline Saurer, Schulhaus Hinterbirch Klasse B1a,
«So entstand das Wappen von Bülach»

Kategorie Gymi Unterstufe
1. Arpad Broglie KZU 3k,
«Schauplatz 1818»
2. Noelia Denzler KZU 3c,
«Wiff»
3. David Leuthold KZU 1d,
«Schauplatz Bülach»

Kategorie Gymi Oberstufe
1.Nathalie Bucher KZU 5m,
«Eisblumen»
2.Serafina Haldimann KZU 5q, «Einmal Busfahrt ins Glück, bitte»
3.Leonie Müller KZU 5m,
«Auf dem Schauplatz» dsh

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