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Patient von seinem Pfleger ausgenommen

Um 200 000 Franken wurde ein Psychiatriepatient von seinem Spitex-Pfleger erleichtert. Das Bezirksgericht fasste den Betrüger härter an, als dies die Parteien forderten.

Der Pfleger musste sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten.
Der Pfleger musste sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten.
Keystone

Ein Psychiatriepfleger ist vom Bezirksgericht Bülach zu 24 Monaten bedingt und einer Entschädigungszahlung von 20?000 Franken verurteilt worden, wie die NZZ gestern berichtete. Der 43-Jährige hatte 2011 einen Mann betreut, der ärztlich verordnete Psychiatrie-Spitex bezog. Der chronisch depressive und an einer Persönlichkeitsstörung leidende 49-Jährige fand seinen Betreuer über das Internet, als Vorstands- und Geschäftsleitungsmitglied einer Sektion des Schweizerischen Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK).

Was gut tönte stellte sich in Realität etwas anders heraus: Der Pfleger versäumte Spitex-Termine, kiffte während der Pflege und bat ihn schliesslich unter Tränen um ein Darlehen. Zuerst ging es um 30?000 Franken, bald um 200?000 Franken. Er setzte den Patienten unter psychischen Druck, um das Geld zu erhalten. Zurückgezahlt hat er es nie, da der Betrüger es für die Begleichung früherer Schulden nutzte.

Kein Berufsverbot für Betrüger

Staatsanwaltschaft und Verteidigung einigten sich auf ein abgekürztes Verfahren mit 15 Monaten bedingt und 2000 Franken Busse. Dem Bezirksgericht war das aber zu wenig, es erhöhte die Strafe auf 24 Monate bedingt und sprach dem Opfer 20?000 Franken Prozessentschädigung zu. Das Darlehen von 200?000 Franken muss der verurteilte Betrüger ebenfalls zurückzahlen, ein Berufsverbot wurde nicht ausgesprochen.

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