Wallisellen

800 Tonnen Beton am Stück verschoben

Über die Ostern war Wallisellen Schauplatz eines spektakulären Ereignisses an den SBB-Gleisen. Ein riesiges Betonteil wurde um 30 Meter verschoben.

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Der letzte Zug verkehrte am Gründonnerstagabend kurz nach 21 Uhr. Danach wurde auf den Gleisen zwischen Wallisellen und Dietlikon der Bahnverkehr eingestellt. Ab dann waren auf dieser Strecke und auch auf jener nach Dübendorf Ersatzbusse im Einsatz. Grund dafür war ein Bauvorhaben der Gemeinde Wallisellen, welches nur an einem langen und verkehrsarmen Wochenende wie diesem ausgeführt werden konnte.

Herausforderndes Projekt

Nach mehrmonatiger Vorbereitung begannen die eigentlichen Bauarbeiten am Gründonnerstagabend mit der Entfernung der vier Gleise durch die SBB und dem Abtragen des Schotters. An der Medienorientierung auf der Baustelle erläuterte Rafael Kühne vom Ingenieurbüro Meichtry und Widmer die technische Seite des Projektes. Als nächstes folgte der Aushub der Baugrube. Positiv auf den Verlauf der Arbeiten haben sich laut Kühne die trockene Witterung und der vor Ort vorhandene Platz zur Deponierung des Aushubmaterials ausgewirkt.

Der grosszügig bemessene Installationsplatz südlich der Gleisanlagen unweit des Einrichtungshauses Conforama hat es auch möglich gemacht, das Kernstück der Unterführung, das Vorschubteil, am Ort des Geschehens vorzufertigen. Früher als geplant konnte am Samstagmorgen mit dem Verlegen der Stahlträger begonnen werden, auf denen am Nachmittag sodann das 900 Tonnen schwere und 25 Meter lange Betonelement mit Hilfe von zwei Hydraulikpressen in Schritten von 50 Zentimetern an seinen richtigen Platz unter das Gleisfeld geschoben wurde.

Bereits kurz vor halb fünf Uhr hatte der vorgefertigte Velo- und Fussgänger-Tunnel seinen Zielort erreicht. Der Gang der Arbeiten konnte zu bestimmten Zeiten von einer Zuschauerplattform aus mitverfolgt werden. Am Ostersonntagnachmittag versammelten sich gut 60 Personen und beäugten die Szenerie in der riesigen Baugrube.

Zeitvorgaben übertroffen

Bei einem Augenschein vor Ort am Ostersonntagabend war zu sehen, dass die Baugrube bereits hinterfüllt war und der Schotter als Unterlage für die Geleise wieder eingebaut wurde, was einen Vorsprung auf das Bauprogramm von einem ganzen Tag bedeutete. Dem für die Nacht von Ostermontag auf Dienstag geplanten Einbau der Geleise durch die Fachleute der SBB und die Wiederaufnahme des fahrplanmässigen Bahnbetriebs am frühen Dienstagmorgen stand somit nichts mehr im Weg.

Das Boomquartier anbinden

Die neue Unterführung wird benötigt, weil alle örtlichen Schulanlagen und das Sportzentrum Wallisellen sich nördlich der Bahnlinien befinden. Im südlich gelegenen Boomquartier Richti ist jedoch in den letzten Jahren ein neues Wohngebiet entstanden, welches noch nicht zu Ende gebaut ist. Um eine sichere und komfortable Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen zu schaffen, haben die Walliseller Stimmberechtigten im November 2015 einem Kredit für die Realisierung einer Fussgänger- und Velounterführung, kurz PU Breite, zugestimmt.

Wie der zuständige Gemeinderat Jürg Niederhauser (FDP), Ressort Tiefbau und Landschaft, an der Medienorientierung auf der Baustelle ausführte, beinhaltet der Kredit von 15,2 Millionen Franken nicht nur die PU Breite, sondern auch bauliche Massnahmen zur flüssigeren Verkehrsführung im Bereich der Hofkreuzung beim Glattzentrum. An die 9,7 Millionen Franken für die Unterführung hat der Kanton im Rahmen des Agglomerationsprogramms einen Beitrag zugesichert.

Ab Spätsommer in Betrieb

Bevor ab Spätsommer 2017 die PU Breite etappenweise ihrer Bestimmung übergeben werden kann, müssen noch die Zugänge – eine Rampe im Süden auf der Richtiarealseite und eine Rampe und eine Treppe im Norden auf der Dorfseite – erstellt werden. Anschliessend wird der Ausbau der Strasse durch die bestehende Autounterführung in Richtung Hofkreuzung in Angriff genommen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.04.2017, 15:42 Uhr

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