Glattfelden

Abschied vom «Löwen» mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Am Dienstagabend fand im Gasthaus Löwen eine stimmungsvolle Stubete statt. Für die beiden Gastgeber Stefan und Marco Thommen-Dirollo war es ein wehmütiger Anlass. Sie verlassen den «Löwen» per Ende Januar.

Stefan und Marco Thommen-Dirollo (hinten Mitte, von links) genossen am Dienstag nochmals eine Stubete mit ihrer Stammformation.

Stefan und Marco Thommen-Dirollo (hinten Mitte, von links) genossen am Dienstag nochmals eine Stubete mit ihrer Stammformation. Bild: Bruno Meier

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Seit bald zwei Jahren findet in der rustikalen Wirtsstube des Gasthauses Löwen monatlich eine Volksmusikstubete statt. Ins Leben gerufen wurde der beliebte Event vom Verein Mitänand-Füränand, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Nachbarschaftshilfe und die Kultur innerhalb der Gemeinde generationsübergreifend zu fördern. Mit der Stubete ist dies zweifellos gelungen. Unterdessen zieht der Anlass nicht nur Musiker und Musikfreunde aus dem Dorf an sondern auch aus dem ganzen Kanton.

Die jeweils am letzten Dienstag des Monats aufspielenden Volksmusikanten sind aber nicht nur für den organisierenden Verein, sondern auch für die beiden Gastgeber Stefan und Marco Thommen-Dirollo zu einer Erfolgsgeschichte geworden. In den meisten Fällen reicht der Platz in der Gaststube nämlich kaum aus, um alle Gäste unterzubringen. Und so war es den beiden Wirtsleuten am vergangenen Dienstag etwas wehmütig ums Herz. Der Grund dafür ist: Sie werden das traditionelle Gasthaus bald verlassen. Der Pachtvertrag für das Gasthaus ist per Ende Januar gekündigt.

Keine leichte Entscheidung

Diese Kündigung der Löwenwirte von Ende Juli kam für viele Glattfelder überraschend. Nicht zuletzt deshalb, weil die beiden Gastronomen in den vergangenen vier Jahren etliche neue und erfolgreiche Veranstaltungen ins Leben gerufen haben. Dazu gehören unter anderem ein Monatsmarkt rund ums Gasthaus, oder ein jährliches Oktoberfest, bei dem einheimischer Gerstensaft ausgeschenkt wird.

«Wir haben unsere Entscheidung, den zu verlassen, nicht voreilig gefällt, sondern erst nach langer und reiflichen Überlegungen», sagt dazu Stefan Thommen-Dirollo. Der Hauptgrund liege dabei in der Tatsache, dass man nach vier Jahren an einem Punkt angelangt sei, wo man den Betrieb nicht mehr weiter entwickeln könne. «Wir haben aber auch erkannt, dass das Haus einfach zu gross für uns ist, um gewinn- und zukunftsorientiert arbeiten zu können», ergänzte er.

Gäste liegen am Herzen

Wie der Wirt weiter ausführte, sei die riesige Liegenschaft sehr kostenintensiv. Ausserdem hätten einige Vorschläge zur besseren Ausnutzung der Räumlichkeiten mit den Vorstellungen der Gemeindebehörden nur bedingt harmoniert. Dies bestätigt auch sein Lebenspartner Marco. Sie hätten zwar im «Löwen» eine sehr schöne Zeit erlebt, gleichzeitig aber auch festgestellt, dass sie nun an Grenzen gestossen seien, die eine Weiterentwicklung verunmöglichen. Marco Thommen-Dirollo dazu: «Wenn wir uns dafür entschieden hätten hier zu bleiben, dann stünden wir in vier Jahren noch immer am gleichen Punkt wie heute.»

Die beiden Wirtsleute werden den Löwen und Glattfelden im kommenden Jahr ohne Groll verlassen. Bis es aber soweit ist, wird sich im Traditionsrestaurant nichts ändern. So werden sämtliche geplante Anlässe, von der monatlichen Stubete, dem Monatsmarkt, dem Volkstümlichen Abend, der Metzgete bis hin zur traditionellen Charity-Veranstaltung im Dezember wie geplant durchgeführt. «Es liegt uns am Herzen, unsere Gäste bis zuletzt in gewohnter Weise bedienen und verwöhnen zu können», betonten die beiden am Dienstag. Gleichzeitig gaben sie sich auch überzeugt davon, dass ein neuer Pächter des «Löwen» auf ein gutes Fundament aufbauen kann. Die Infrastruktur sei in Ordnung und eine gute Stammkundschaft sei ebenfalls vorhanden.

Stubete nicht sterben lassen

Im Verein Mitänand-Füränand hofft man derweil, dass die Nachfolger von Stefan und Marco Thommen-Dirollo die monatliche Stubete weiterführen. Vereinspräsident Martin Berger: «Es wäre wirklich schade, diesen erfolgreichen Anlass sterben zu lassen.» Offensichtlich scheinen sich inzwischen auch einige Interessenten für das Führen des Gemeindegasthauses zu bewerben. Wer das Rennen letztlich machen wird, wird vom Gemeinderat noch vor den Herbstferien entschieden.

Für die beiden bisherigen Gastgeber, Stefan und Marco Thommen-Dirollo, nähert sich die Zeit des Abschiedes zusehends. «Das Schwierigste bei unserem Weggang wird sein, unsere liebgewonnenen Gäste zurücklassen zu müssen. Wir werden deshalb den im Januar mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen», erklärte Marco Thommen-Dirollo – und dabei schwang auch etwas Wehmut in seiner Stimme mit. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 28.09.2016, 16:40 Uhr

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