Glattfelden

Axpo baut Anlage nicht

Die beim Kraftwerk Rheinsfelden geplante Produktionsanlage für Wasserstoff kommt nicht zu stehen. Die Axpo will die Wasserstoffproduktion nicht weiterverfolgen.

Die beim Kraftwerk Rheinsfelden geplante Produktionsanlage für Wasserstoff wird nicht realisiert.

Die beim Kraftwerk Rheinsfelden geplante Produktionsanlage für Wasserstoff wird nicht realisiert. Bild: Keystone

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Der Gemeinderat hatte die Baubewilligung kürzlich erteilt, die Axpo hätte also loslegen können mit dem Bau einer Wasserstoffproduktionsanlage beim Kraftwerk Eglisau-Glattfelden. Das Projekt ist aber schon wieder Geschichte. «Die Anlage wird nicht erstellt», sagt Monika Müller, Sprecherin der Axpo. Die Zusammenarbeit zwischen Axpo und Coop in diesem Projekt werde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Coop wäre die Abnehmerin des Wasserstoffs gewesen, den die Axpo gewonnen hätte.

Geplant war, den Wasserstoff in Glattfelden zu produzieren, danach mit Lastwagen zu Tankstellen zu transportieren, welche in erster Linie die Nutzfahrzeugflotte von Coop mit dem Treibstoff versorgt hätten. Jährlich sollte die Anlage 200 Tonnen Wasserstoff produzieren. Bis zu 18 Lastwagentransporte täglich waren vorgesehen. Die Axpo wollte als Anfangsinvestition einige Millionen Franken – die genaue Zahl gab sie nicht bekannt – in das Projekt stecken.

Axpo-Sprecherin Monika Müller führt aus, dass das Wasserstoffabsatzvolumen langsamer und unsicherer anwächst, als ursprünglich erwartet worden war. «Die Abklärungen für die Wasserstofftechnologie brachten Axpo wertvolle Erfahrungen, von denen sie in Zukunft profitieren kann.» Auf die Frage, ob die Wasserstoffproduktion nun vom Tisch ist oder mit einem anderen Vertragspartner weiterverfolgt werden könnte, antwortet Müller: «Zurzeit wird das Projekt seitens Axpo nicht weiterverfolgt. Für die Zukunft halten wir uns alle Optionen offen.»

«Der Markt dreht sich»

Nach der Baubewilligung hatten zwei Private, die Stockwerkeigentümerschaft Schlossacher und Pro Natura, den Baurechtsentscheid verlangt. Der Weg für Rekurse wäre also geebnet gewesen. Anwohner machten sich Sorgen um die Gefahren, die vom Wasserstoff ausgehen könnten – dieses ist hochexplosiv, wenn es mit Sauerstoff in Verbindung kommt – oder auch um die Lastwagenfahrten, die täglich auf sie zukämen. Kritik wurde im Vorfeld auch laut, weil ein klimaneutraler Stoff in Glattfelden produziert und mit Lastwagen Hunderte von Kilometern weit transportiert werden sollte.

Stefan Bogo von der Stockwerkeigentümerschaft ist froh, dass die Anlage nicht erstellt wird. Dass ein Rekurs das Projekt verhindert hätte, bezweifelt er. Bogo ging ohnehin davon aus, dass die Anlage nicht gebaut wird: «Der Markt dreht sich derzeit. Honda zum Beispiel lanciert in Japan und Kalifornien die dezentrale Produktion von Wasserstoff.» Dies sei viel sinnvoller, so könne jeder sein Auto zu Hause mit Wasserstoff betanken. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.03.2016, 21:36 Uhr

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